Osnabrück (ots) – In schwerer See
Es erscheint fast schon wie ein kleines Wunder: Mitten in der
Wirtschaftskrise sinkt die Zahl der Arbeitslosen. Die Herbstbelebung,
die kaum noch jemand erwartet hatte, ist ein Grund zur Freude, aber
noch lange kein Anlass zur Entwarnung. Denn nach wie vor bewegt sich
die deutsche Wirtschaft in schwerer See.
Zwar haben sich die Wogen ein wenig geglättet, wie die wieder
etwas freundlicheren Voraussagen für die Wirtschaftsleistung zeigen.
Doch bleibt es dabei, dass am Ende des Jahres ein dickes Minus stehen
wird. Das Bruttoinlandsprodukt sinkt aller Voraussicht nach um vier
bis fünf Prozent.
Das heißt: Deutschland ist konjunkturell weit zurückgefallen. Und
zeitverzögert wird sich das deutlich spürbar auf den Arbeitsmarkt
auswirken. Auch das Kurzarbeitergeld kann den Anstieg letztlich nicht
verhindern. Wenn nach zehn, zwölf oder noch mehr Monaten keine neuen
Aufträge hereinkommen, wird aus dem Druck, sich von Mitarbeitern zu
trennen, irgendwann ein unabweisbarer Zwang. Hunderttausende, deren
Jobs jetzt noch über die Runden gerettet werden, könnten deshalb bald
ohne Arbeitsstelle dastehen.
Schon jetzt kann man aber auch sagen: Deutschland hat die Krise
besser gemanagt als erwartet: durch parallele Anstrengungen von
Politik, Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Diesen positiven Geist gilt
es zu bewahren, damit möglichst bald ein sicherer Hafen erreicht
wird.
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