Osnabrück (ots) – Eindeutig und kompromisslos
Schon oft hat der Papst verurteilt, wenn sich Priester an Kindern
und Jugendlichen durch sexuellen Missbrauch schuldig gemacht haben.
Auch der Hirtenbrief an die irischen Katholiken spricht eine
eindeutige Sprache. Überraschend hart ist Benedikt XVI. ins Gericht
mit den Bischöfen gegangen und hat ihnen beim Umgang mit den
Verbrechen Versagen vorgeworfen.
Unverständlich ist, warum der deutsche Papst am Wochenende in
keiner Form auch direkt zu den Vorgängen in Deutschland Stellung
bezogen hat. Unabhängig davon ist die kompromisslose Linie von
Benedikt XVI. auch für alle Fälle hierzulande glasklar. Die Botschaft
bis in das kleinste Dorf lautet: Missbrauch durch einen Priester darf
keinesfalls verschwiegen werden, um damit die Institution Kirche zu
schützen.
Derzeit entsteht allerdings auch der Eindruck, dass es manchem
Kritiker in der Debatte über sexuellen Missbrauch um eine
Generalabrechnung mit der katholischen Kirche und ihrer Sexualmoral
geht. Wer nur auf die eindeutig höhere Zahl von Missbrauchsfällen in
der Gesellschaft hinweist, sieht sich dem Vorwurf des Kleinredens und
Relativierens ausgesetzt. Im Mittelpunkt darf aber nicht die Kirche
an sich stehen. Das müssen die bisherigen Opfer und das Verhindern
weiterer Missbrauchsfälle sein. Der Papst hat auf beides in seinem
Schreiben unmissverständlich hingewiesen.
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