Neue europäische Initiative verbindet Fernsehen mit der Dynamik des Internets



(pressebox) München, 27.08.2009,

Ein Konsortium führender Unternehmen der europäischen Fernsehindustrie gibt heute die Einführung von "Hybrid Broadcast Broadband TV" oder kurz "HbbTV" bekannt. Die neue europäische Initiative"HbbTV" verbindet die Verbreitung von Nachrichten?, Informations? und Unterhaltungsangeboten für Konsumenten über Rundfunk? und Breitbandnetze mittels Set?top?Boxen und Fernsehgeräte, die mit einem zusätzlichen Internetanschluss ausgestattet sind. Das breite Konsortium setzt sich zusammen aus den Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, der deutschen Forschungseinrichtung Institut für Rundfunktechnik, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT und OpenTV. Eine Liste aller Firmen sowie der Gerätehersteller findet sich im Internet unter: www.hbbtv.org. Die Industriepartner entwickelten die HbbTV?Spezifikation, um das schnell wachsende Angebot an Medieninhalten für den Nutzer einheitlich zugänglich zu machen. Die dabei verwendete Technik orientiert sich an marktüblichen Standards und Internet?Technologien von Open IPTV Forum (OIPF), Consumer Electronic Association (CEA), Digital Video Broadcasting (DVB) und World Wide Web Consortium (W3C).

Die Geräte und Mehrwertangebote auf Basis von HbbTV schaffen ein durchgängiges Unterhaltungserlebnis für den Konsumenten, in dem die Stärken von Rundfunk? und Breitbandtechnik nahtlos miteinander kombiniert werden. Das Unterhaltungserlebnis bietet sich dem Zuschauer in einfacher Weise, mit einer Fernbedienung und einem Bildschirm, wie er es schon vom Fernsehen gewohnt ist. Mit der Einführung von HbbTV eröffnet sich dem Konsumenten eine ganze Reihe neuer Mehrwertangebote von Rundfunkanstalten, Internetanbietern und der Geräteindustrie, wie beispielsweise TV?Editionen der Mediatheken, Fernsehen auf Abruf, interaktive Werbung, Personalisierung, Abstimmungen, Spiele und soziale Netzwerke sowie programmbegleitende Dienste, wie digitale Teletexte und elektronische Programmführer. Entwickelt werden die Produkte und Mehrwertangebote auf Basis von HbbTV für alle Rundfunkverbreitungswege, wie Satellit, Kabel und die Terrestrik. Erste Demonstrationen mit hybriden Satellitenempfängern fanden bereits auf der IFA und IBC 2008 statt.

"HbbTV eröffnet dem bewährten Teletext des Standardfernsehens, der täglich von 14 Millionen Zuschauern in Deutschland genutzt wird, eine verbesserte Darstellungsoption für HDTV?Empfänger. HbbTV bietet ein offenes technisches System für Rundfunkanstalten, Gerätehersteller und Inhaltelieferanten, um digitale Inhalte in Form von Mehrwert? und Abrufangeboten bereitzustellen," sagt Dr. Klaus Illgner?Fehns, Direktor des Instituts für Rundfunktechnik. "Vorteile entstehen aber nicht nur für die Produzenten eines breiteren Angebotsspektrums, sondern auch für die Anwender, da die Benutzung deutlich vereinfacht und nicht durch unterschiedliche Bedienungskonzepte erschwert wird. HbbTV verknüpft die Rundfunk? und Breitbandtechnik nahtlos miteinander, um Internetinhalte und Fernsehen auf Abruf zusätzlich zu den traditionellen linearen Fernsehprogrammen bereitzustellen", so Dr. Illgner?Fehns weiter.

Die Anwendung von HbbTV in Deutschland wird auf der IFA 2009 in Berlin demonstriert. Dort zeigen u. a. die öffentlich?rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF, welche die Einführung von HbbTV unterstützen, verschiedene Angebote auf Set?top?Boxen und Fernsehgeräten. ARD und ZDF geben dann einen ersten detaillierten Einblick in ihre Angebotskonzepte. Den IFA?Besucher erwarten dort TV?Editionen der Mediatheken, HD?Teletext, elektronische Programmführer und programmbegleitende Radiodienste.

Die Einführung von HbbTV in Deutschland wird zusätzlich unterstützt durch den bevorstehenden Start des hochauflösenden Fernsehens in diesem Jahr. HD?Teletext und interaktive Programmführer runden dann das Gesamtangebot ab. Auch private Fernsehanbieter setzen im Rahmen der kürzlich angekündigten HD+?Initiative bei HD?Teletext und interaktiven Diensten auf HbbTV.

Weitere Unterstützung für HbbTV kommt aus dem französischen Markt. "Das HD?Forum, eine Initiative zur Einführung von HDTV in Frankreich, der auch Regierungsstellen, wie DDGE und die Regulierungsbehörde CSA angehören, beteiligt sich aktiv am HbbTV?Standard, um interaktive Dienste im digitalen Antennenfernsehen in Frankreich voranzubringen, "sagt Frédéric Tapissier, Präsident des technischen Komitees des französischen HDForums"."Ein besonderer Vorteil von HbbTV ist die Kombination von Rundfunk? mit Internetangeboten, ohne dabei die Integrität des Rundfunks zu beeinträchtigen. Wir planen eine schnelle Klärung hinsichtlich der Patentsituation, so dass die gesamte Wertschöpfungskette davon profitieren kann und wir im nächsten Jahr eine interaktive Version von Télévision Numérique Terrestre (TNT), der digitalen terrestrischen Fernsehplattform in Frankreich, einführen können", so Tapissier weiter.

Besucher der IFA erhalten einen Eindruck von HbbTV am Messestand "Digitale Welt" der ARD in der Halle 2.2.Weitere Demonstrationen finden während der IBC 2009 in Amsterdam am Stand 10.D21 der Europäischen Rundfunkunion (EBU) statt.

Über HbbTV

HbbTV ist eine neue pan?europäische Initiative, die dem Rundfunk, alternativ zu proprietären Techniken, ein offenes technisches System bietet, um Mehrwert? und Abrufangebote für den Konsumenten bereitzustellen.Das breite Konsortium setzt sich zusammen aus den Rundfunksendern Canal+, France Television und TF1, der deutschen Forschungseinrichtung Institut für Rundfunktechnik, dem Satellitenbetreiber SES ASTRA sowie den Softwareunternehmen ANT und OpenTV. Eine Liste aller Firmen sowie der Gerätehersteller findet sich im Internetangebot unter: www.hbbtv.org. Die Firmen stimmen darüber ein, eine durchgängige Kompatibilität von Produkten und Lösungen in einem schnell wachsenden Markt von hybriden Geräten in Europa sicherzustellen.

HbbTV wird von Rundfunkanstalten und der CE?Industrie breit unterstützt. Detaillierte Informationen sowie auch Informationen zu den ersten Versionen der Spezifikation können dem Internetangebot unter www.hbbtv.org entnommen werden.
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