Hamburg (ots) – “Professionelle Interviews sind journalistische
Qualitätstreiber”
Persönliche Tipps von prominenten Interviewern, das konzentrierte
Wissen aus der Fachliteratur und die Erfahrungswerte von
Interview-Trainern hat die Journalistenvereinigung netzwerk recherche
(nr) in der Publikationsreihe “nr-werkstatt” herausgegeben.
Maybrit Illner (ZDF) präsentiert drei “goldene Regeln, mit denen
sie bislang gut durch ihr journalistisches Leben gekommen ist. Sie
empfiehlt: “Misstraue der ersten Idee, weil die erste meist nicht die
beste ist.” Weiter rät sie, “keine Angst vor großen Tieren” zu haben.
Ihr drittes Gebot klingt ganz einfach: “Fragen sind unser Handwerk,
nicht Vorurteile.”
Die ZDF-Moderatorin teilt Politiker in drei Typen ein. Zu den
“Schmerzfreien” gehören – so Illner – Parlamentarische
Geschäftsführer der Fraktionen. “Die wollen zunächst ihre
`Keymessage` abliefern, egal ob es blitzt oder donnert.” Zu den
“Filigrantechnikern” zählt sie die Politiker Guido Westerwelle, Peer
Steinbrück, Norbert Röttgen und Renate Künast. “Die antworten wie
Ronaldinho Fußball spielt, links vortäuschen, rechts vorbei.” Exoten
sind nach der Erfahrung der Talkmasterin schließlich diejenigen, die
sich “verständlich und zur Sache äußern.”
Jörg Thadeusz (rbb) erläutert seine Interviewtechnik ebenfalls:
“Wer das Ziel seiner Fragen benennen kann, wird besser fragen.” Das
Handwerkszeug für eine verbesserte Fragetechnik wird kompakt und
konzentriert in der neuen nr-Werkstatt “Interview-Kulturen –
Professionelle Interviews als journalistische Qualitätstreiber”
vermittelt. Autorinnen und Autoren sind unter anderen Arno Luik
(stern), Regine Sylvester (Berliner Zeitung), Jochen Spengler (DLF),
Steffi Radke (SWR), Anja Achenbach (freie Journalistin) und Andre´
Bosse (Galore).
Nach Einschätzung von Thomas Leif, Vorsitzender von netzwerk
recherche, gibt es überraschend viele Tipps, die alle Profis
empfehlen, die aber in der Interview-Praxis noch nicht immer zum
Allgemeingut gehören: “Intensiv vorbereiten, neugierig nachfragen,
aufmerksam zuhören und an der richtigen Stelle zuspitzen.”
Die nr-Werkstatt Nr. 13 kann kostenfrei gegen einen adressierten
und mit 1,45 Euro frankierten A5-Umschlag bei netzwerk recherche,
Stubbenhuk 10, 5. OG, 20459 Hamburg bestellt oder als pdf-Datei unter
www.netzwerkrecherche.de abgerufen werden.
Pressekontakt:
Geschäftsstelle netzwerk recherche e.V.
info@netzwerkrecherche.de
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