Frankfurt/Oder (ots) – In Zeiten einer auch in Deutschland
gewaltigen Verschuldung ist solch eine Belastung unerfreulich und
zudem rechtlich gewagt. Zumal man Zweifel hegen darf, dass die
Athener Sanierungsbemühungen durchschlagenden Erfolg haben werden.
Wenn man aber den Euro stabilisieren will, kommt man zunächst kaum um
eine Rettungsaktion herum. Denn dass der Euro Vertrauen verloren hat,
geht nicht nur auf das Konto der Griechen. Mal davon abgesehen, dass
seit Jahren bekannt war, dass sich Athen mit getürkten Zahlen den
Euro-Beitritt erschlichen hatte: Frankreich, Italien, Deutschland
haben in den vergangenen Jahren immer wieder gegen die
Stabilitätskriterien verstoßen. (…) Horrorszenarien sind nun
trotzdem nicht angebracht. Griechenland ist wirtschaftlich zu klein,
um den Euro zu zerstören. Und ausufernde Schulden gibt es auch in den
USA und Großbritannien, ohne dass sich die Währungen deshalb im
freien Fall befinden. Nach dem Feuerwehreinsatz ist allerdings
Reformeifer nötig. Denn die derzeitige Lage verweist auf den
grundlegenden Euro-Webfehler: Die Einführung einer Einheitswährung
ohne einheitliche Wirtschafts- und Finanzpolitik.
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