Frankfurt/Oder (ots) – Wer im Nahen Osten etwas erreichen will,
kommt an Syrien nicht vorbei. Das hat nun auch US-Präsident Obama
erkannt und schickt nach fast fünfjähriger Unterbrechung wieder einen
Botschafter nach Damaskus. Vorgänger Bush führte das arabische Land
noch als Schurkenstaat und versuchte den jungen Präsidenten Assad zu
isolieren. Das war kontraproduktiv. Syrien unterhält enge Beziehungen
zur libanesischen Hisbollah und zur palästinensischen Hamas. Deshalb
wird es für eine Lösung des seit Jahrzehnten schwelenden
Regionalkonfliktes mit Israel gebraucht. Allerdings dürfte Assad
keineswegs ohne Gegenleistung mäßigend auf die radikalen Kräfte
einwirken. Syrien will mit dem Westen ins Geschäft kommen, um sich
wirtschaftlich zu entwickeln. Aber zunächst geht es um die Rückgabe
der von Israel widerrechtlich besetzten Golan-Höhen. Wenn Obama mit
Damaskus ins Gespräch kommen will, um eine Regelung zu erreichen,
muss er auch auf Jerusalem einwirken. Von dort sind vor allem
misstrauische bis feindselige Töne zu vernehmen. Obama steht vor der
schwierigen Aufgabe, an allen Fronten Überzeugungsarbeit zu leisten.
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