Halle (ots) – Die Vorschläge der Ministerin gründen aber offenbar
auf einem Verständnis von Armut, das über den Mangel an Euro und Cent
hinausreicht. Es geht dabei um Teilhabe, um Chancen und Perspektiven,
die vielen Kindern im Land fehlen. Kinder brauchen Anregungen, neue
Erfahrungen und das Gefühl, dazu zu gehören. Auch Freundschaften, die
die unsichtbare oder teilweise bereits sichtbare Ghettoisierung der
Sozialmilieus überwinden.
Daher geht von der Leyen in die richtige Richtung. Wünschenswert wäre
es, wenn Vereine, Schulen und Bürgerinitiativen an einem Strang
zögen, um zusätzlich kostenlose Angebote zu unterbreiten. Dies würde
armen Kindern gewiss mehr Teilhabe und Lebenschancen eröffnen, als es
eine Erhöhung der Sozialleistungen um zehn oder 20 Euro könnte.
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Mitteldeutsche Zeitung
Jörg Biallas
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