(pressebox) Frankfurt, 02.09.2009,
Im Juli 2009 war bei den durchschnittlichen MFI-Zinssätzen für Einlagen im Neugeschäft eine uneinheitliche Entwicklung zu beobachten, während die Mehrzahl der durchschnittlichen MFI-Zinssätze für neue Kredite weiter sank. Außerdem gingen fast alle durchschnittlichen MFI-Zinssätze für die Bestände an Einlagen und Krediten um 10 oder mehr Basispunkte zurück.
MFI-Zinssätze im Neugeschäft: Der gewichtete Durchschnittszinssatz für Einlagen privater Haushalte mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu einem Jahr blieb im Juli 2009 mit 1,86 % unverändert, während der entsprechende Zinssatz für Einlagen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften um 23 Basispunkte auf 0,81 % fiel. Der gewichtete Durchschnittszinssatz für Einlagen privater Haushalte mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten blieb mit 1,92 % nahezu gleich.
Der Zinssatz für Wohnungsbaukredite an Privathaushalte mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr sank um 8 Basispunkte auf 3,04 %.
Der entsprechende Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als fünf und bis zu zehn Jahren blieb mit 4,54 % im Wesentlichen unverändert. Der gewichtete Durchschnittszinssatz für Konsumentenkredite an private Haushalte mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als einem und bis zu fünf Jahren erhöhte sich im Berichtsmonat um 10 Basispunkte auf 6,46 %.
Was die Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften mit variabler Verzinsung oder einer anfänglichen Zinsbindung von bis zu einem Jahr betrifft, so reduzierte sich der gewichtete Durchschnittszinssatz im Juli bei Krediten bis zu 1 Mio EUR um 7 Basispunkte auf 3,57 % und bei Krediten von mehr als 1 Mio EUR um 19 Basispunkte auf 2,37 %. Der gewichtete Durchschnittszinssatz für Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften von mehr als 1 Mio EUR mit einer anfänglichen Zinsbindung von mehr als fünf Jahren stieg um 19 Basispunkte auf 3,89 %.
MFI-Zinssätze für die Bestände: Der gewichtete Durchschnittszinssatz für bestehende Einlagen privater Haushalte mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu zwei Jahren sank im Juli 2009 um 18 Basispunkte auf 3,07 %. Der entsprechende Zinssatz für die Bestände an Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als zwei Jahren verringerte sich um 6 Basispunkte auf 3,01 %. Der gewichtete Durchschnittszinssatz für bestehende Einlagen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften mit einer vereinbarten Laufzeit von bis zu zwei Jahren verringerte sich im Berichtsmonat um 22 Basispunkte auf 1,99 %.
Der gewichtete Durchschnittssatz für bestehende Wohnungsbaukredite an private Haushalte mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren ging im Juli um 11 Basispunkte auf 4,35 % zurück. Bei den bestehenden Krediten an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren sank er um 18 Basispunkte auf 3,82 %.
Gewichtungsmethode: Die Zinssätze für das Neugeschäft werden mit dem Volumen der einzelnen Verträge gewichtet. Dies erfolgt sowohl auf der Ebene der Berichtspflichtigen als auch bei der Ermittlung der nationalen Durchschnitte beziehungsweise der Aggregate für das Euro-Währungsgebiet. Änderungen der durchschnittlichen Zinssätze für das Euro-Währungsgebiet können also neben Änderungen der tatsächlichen Zinssätze auch eine Änderung der Ländergewichte in den einzelnen Instrumentenkategorien widerspiegeln.
Anmerkungen:
- Neben der monatlichen MFI-Zinsstatistik für das Euro-Währungsgebiet für Juli 2009 enthält diese Pressemitteilung auch geringfügige Revisionen der Daten aus Vorperioden.
- Als "Neugeschäft" wird jede neu getroffene Vereinbarung zwischen dem Kunden und dem MFI bezeichnet, während sich die "Bestände" auf alle zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehenden Einlagen und Kredite beziehen. Drei Instrumentenkategorien – täglich fällige Einlagen, Überziehungskredite und Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist – bilden eine separate Gruppe, bei der sich die Zinssätze für das Neugeschäft und für die Bestände entsprechen.
- In dieser Pressemitteilung ist "bis zu" als "bis einschließlich" zu verstehen.
- Bei der anfänglichen Zinsbindung handelt es sich um einen zu Vertragsbeginn festgelegten Zeitraum, in dem der Zinssatz nicht geändert werden kann.
- Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf das Euro-Währungsgebiet in seiner jeweiligen Zusammensetzung, d. h., sie umfassen die EU-Mitgliedstaaten, die den Euro im Referenzzeitraum der Statistik eingeführt hatten. Die Daten schließen Griechenland ab Januar 2001, Slowenien ab Januar 2007, Zypern und Malta ab Januar 2008 sowie die Slowakei ab Januar 2009 ein.
- Die entsprechenden Geschäftsvolumina für jede einzelne Zinssatzkategorie sind den Tabellen 2 und 4 des Anhangs zu entnehmen.
- Genauere Informationen zur MFI-Zinsstatistik, einschließlich eines Veröffentlichungskalenders, sind unter "MFI interest rate statistics" im Abschnitt "Statistics" auf der Website der EZB (www.ecb.europa.eu) abrufbar.
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