Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zur verstärkten Kontoabfrage durch Ämter und Behörden:



Frankfurt/Oder (ots) – Der Staat durchaus das Recht sich zu wehren, wenn er betrogen wird. Aber der Preis ist hoch. Zu hoch. Denn indem Finanz- und Sozialämter sich einen Überblick verschaffen, wer wo Bankkonten und Wertpapierdepots unterhält beziehungsweise Bausparverträge abgeschlossen hat, greifen sie tief in die Privatsphäre der Bürger ein. Insofern hat Bundesdatenschützer Schaar Recht, wenn er klarere Kriterien für Abfragen fordert: ein vager Verdacht ist zu wenig. Außerdem gehen dem Staat auf diese Weise oft nur kleine Fische ins Netz. Die großen tummeln sich woanders – in ausländischen Gewässern. Überhaupt ist die gegenwärtige Praxis ein weiterer Schritt auf dem Weg zum gläsernen Bürger. Wobei die gigantischen Datenmengen im Besitz von Privatunternehmen wie Payback und Facebook das Problem noch verschärfen.

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