MAN Ferrostaal spendet für Kino in Palästina



(pressebox) Essen, 18.09.2009,

MAN Ferrostaal unterstützt den Wiederaufbau eines Kinos in Jenin, Palästina. Bei der Initiative mit dem Namen "Cinema Jenin" handelt es sich um ein Projekt, das darauf abzielt, über das Medium Film die Kluft zwischen der palästinensischen und der israelischen Bevölkerung zu überbrücken. Das in den 60er Jahren erbaute Cinema Jenin galt als eines der größten und bedeutensten Kinos in Palästina. Mit dem Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 wurde das Kino zerstört. Vor einigen Jahren firmierte sich eine Gruppe engagierter Kultur- und Filmliebhaber, die sich gemeinsam für den Wiederaufbau des Kinos einsetzten.

Für die Bewohner von Jenin ist der kulturelle Austausch sehr wichtig. Dies betonte auch der Filmproduzent und Initiator der Initiative "Cinema for Peace", Jaka Bizilj, nach einem Besuch eines Flüchtlingslagers: "Wir trafen wundervolle Leute in Jenin. Aber wenn man die gigantische Mauer auf der einen Seite und die schockierenden Poster von Selbstmordattentätern auf der anderen Seite sieht, dann wird schnell klar, dass der Dialog und der kulturelle Austausch hier beginnen muss, wenn der Terror im Nahen Osten jemals enden soll. Cinema Jenin könnte hierfür ein Ausgangspunkt werden."

Die Wiedergeburt des Cinema Jenins wurde durch ein tragisches Ereignis initiiert: Im Jahr 2005 wurde der Sohn von Ismael Khateeb, Bewohner des palästinensischen Flüchtlingslagers in Jenin und späterer Mitbegründer von Cinema Jenin, von der israelischen Armee erschossen. Dennoch spendete Khateeb, seiner Trauer zum Trotz, die Organe seines Sohnes an israelische Kinder. Ein Jahr später eröffnete er mit Hilfe internationaler Spenden ein Kulturzentrum für die Jugendlichen des Flüchtlingslagers, um ihnen eine Alternative zum Leben auf der Straße zu bieten. Als die Jugendlichen begannen, ihre ersten eigenen Kurzfilme zu produzieren, stellten sie fest, dass es in Jenin keinen Ort gab, an dem sie ihre Filme zeigen konnten. Dies war die Stunde der Renaissance des alten Kinos.

"Für Ferrostaal ist das Zusammenbringen von Partnern über Grenzen hinweg sowohl geschäftlich als auch gesellschaftlich ein sehr zentrales Anliegen. Unser Sponsoring des Cinema Jenin trägt diesen Gedanken", so Dr. Klaus Lesker, Vorstandsmitglied der MAN Ferrostaal.

Die Unterstützung von Ferrostaal für die Initiative Cinema Jenin wird dringend benötigt. So wird mit dem Engagement die Renovierung des Gebäudes, das während der Intifada stark zerstört wurde, verwendet. Auch eine Zukunftsperspektive sieht die Initiative vor: Film-Workshops sowie Computer- und Englischkurse sollen die Jugendlichen in die Lage versetzen, den laufenden Kinobetrieb aktiv zu unterstützen, zum Beispiel hinsichtlich der Pflege der kinoeigenen Website, der Mitarbeit bei der Erstellung von Untertiteln oder der Produktion von Werbespots für ortsansässige Firmen. Neben Ferrostaal setzen sich unter anderem auch das Auswärtige Amt und die Initiative Cinema for Peace für die Realisierung des Kinos ein.
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