Leipzig (ots) – Leipzig. Der Zentralrat der Ex-Muslime hat die
Entmachtung des Bundesbank-Vorstandmitglieds Thilo Sarrazin nach
dessen kritischen Integrationsäußerungen kritisiert. “Das ist das
falsche Signal und hilft der Integration keineswegs. Vielmehr
kapituliert jetzt auch die Bundesbank vor der Kultur des
Beleidigtseins und der Gewaltandrohungen der muslimischen Verbände in
Deutschland “, sagte Zentralratsvorsitzende Mina Ahadi der “Leipziger
Volkszeitung” (Mittwoch-Ausgabe). Viele Zuwanderer, die vor
Repressalien und Unfreiheit ihrer Heimatländer nach Deutschland
geflohen seien, hätten gehofft, hier einen Ort des freien
Meinungsaustausches zu finden. “Stattdessen erleben sie nun, wie jede
noch so kleine Kritik an Problemen mit Minderheiten zum Tabuthema
wird”, so Ahadi.
Auch ihr hätte der Tonfall der Sarrazin-Kritik nicht gefallen,
sagte die Ex-Muslima weiter. Mit einem undifferenzierten Rundumschlag
werde man den integrationswilligen Zuwanderern keinesfalls gerecht.
“Dies ist aber noch lange kein Grund, dem Kritiker Sarrazin einen
Maulkorb zu verhängen.” Sie verstehe die Kritik auch als Weckruf für
die Zuwanderer, in ihren Reihen die Probleme mit islamischer Gewalt,
Nationalismus oder Frauen-Unterdrückung klipp und klar zu benennen
und Missstände selbst zu bekämpfen. “Dies sollten wir allerdings
ehrlich und ideologiefrei tun und nicht immer nur die Schuld bei der
Gegenseite suchen.” Sie wünsche sich ein Klima des respektvollen
Miteinanders von Zuwanderern und Deutschen, in dem über Probleme
ehrlich gesprochen werden könne, ohne dass sich jeweils der andere
beleidigt fühlt. “In einem klima der Angst und der Abschottung
entwickeln sich dagegen nur Parallelgesellschaften, die zu einer
gefährlichen Isolation von Migranten in Deutschland führen”, so
Ahadi.
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