Leipzig (ots) – Jetzt ist der Konflikt um die politische Ausrichtung und Hinterlassenschaft im Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit voll entbrannt. Der entwicklungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sascha Raabe, hat Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel von der FDP gegenüber der “Leipziger Volkszeitung” (Sonnabend-Ausgabe) als “arrogant und unverschämt” bezeichnet. Zuvor hatte Niebel in Richtung der früheren Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul von der SPD erklärt: “Es ehrt mich, dass Frau Wieczorek-Zeul mir vorwirft, ich machte eine andere Politik im Ministerium als sie. Ihr Vorwurf, ich hätte alle Spuren ihrer Arbeit im Ministerium beseitigt, entspricht leider noch nicht der Realität. Aber ich arbeite weiter daran.” Damit “beschimpft Niebel auf arrogante und unerträgliche Weise” tausende von hoch engagierten Mitarbeitern in der Entwicklungsarbeit. Ganz abgesehen davon, dass es “ganz ungewöhnlich” sei, wenn sich Nachfolger über Vorgänger derartig ausließen. Die SPD-Ministerin habe in ihren 11 Jahren Ressortverantwortung “über alle Parteigrenzen hinweg eine absolut anerkannte Arbeit geleistet”, meinte Raabe. Entwicklungszusammenarbeit sei “kein Gutmenschen-Humbug”, wie Niebel glauben machen wolle. Vorausgegangen war ein öffentlicher Streit über den Ablauf der 50-Jahr-Feier des Ministeriums, bei dem am 14. November zwar der Bundespräsident und als Begrüßender Minister Niebel reden sollen, aber keiner der früheren SPD-Bundesminister, obwohl Erhard Eppler von Mitarbeitern darum gebeten worden sei.
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