Leipzig (ots) – Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) hält
den 2009 beschlossenen Wolfs-Managementplan zur Ansiedlung der Wölfe
in Sachsen für ein Erfolgsmodell. Zugleich verteidigt Kupfer die
Wolfsansiedlung gegen verstärkte Kritik von Lausitzer Bürgern. “Wir
wollen, dass die Rückkehr der Wölfe in Sachsen nicht zu Konflikten
mit Menschen führt. Einen hundertprozentigen Schutz wird es zwar
nicht geben. Die aktuelle Entwicklung zeigt uns aber, dass wir die
Zahl der Schadensfälle minimieren können”, sagte Kupfer der
“Leipziger Volkszeitung” (Freitag-Ausgabe. So habe es im Jahr 2009
nur 22 vom Wolf getötete Schafe und Ziegen gegeben. 2007 und 2008
waren es noch rund 60 Schadensfälle pro Jahr bei Nutztieren gewesen.
“Wir gehen deshalb davon aus, dass die Schutzmöglichkeiten wirksam
sind”, so Kupfer.
Allerdings werde es durch die angespannte Haushaltslage auch beim
Wolfsmanagement Kürzungen geben. “Wir wollten ursprünglich alle in
den letzten zwei Jahren gesammelte Kotproben genetisch analysieren
lassen, das waren mehr als 200. Das wird aus Kostengründen nicht
möglich sein, da jede einzelne Analyse rund 150 Euro kostet. Wir
werden die Analyse nun nach Priorität vornehmen lassen”, so Kupfer.
Mit den Kotproben soll das Ernährungsverhalten des Wolfes untersucht
und ausgewertet werden. Auch die Mittel zur Entschädigung von Wolfs-
und Kormoranschäden sollen um 60 000 Euro gekürzt werden. “Aus den
Erfahrungen der letzten Jahre können wir allerdings sagen, dass die
Schäden durch den Wolf durchschnittlich 5000 Euro pro Jahr betragen.
Die Schäden durch den Wolf an Nutztieren können also auch im Jahr
2010 ausgeglichen werden”, so Kupfer.
Die zuletzt verstärkt geäußerte Kritik von Lausitzer Bürgern an der
Wolfsansiedlung sieht Kupfer gelassen. “Die Wälder in Sachsen sind so
sicher wie immer. Tausende Pilz- und Beerensucher in der Wolfsregion
bestätigen, dass es keinen Grund zur Angst gibt”, sagte Kupfer. Die
Lausitzer Bürgerinitiative “Sicher leben unter Wölfen” hatte
wiederholt vor einer zunehmenden Gefährdung des Menschen durch Wölfe
gewarnt, da die Raubtiere ihre Scheu vorm Menschen verlieren. “Wir
wollen, dass Kinder wieder unbesorgt im Wald spielen können. Die
Verdummung der Bürger durch fiktive Statistiken und die
Verniedlichung des Wolfes muss ein Ende haben”, sagte Sprecher Tino
Zimmermann der Zeitung. Die Bürgerinitiative fordert die Einführung
von Schutzzonen um Ortschaften und Wohnhäuser und den unbeschränkten
Einsatz von Gummigeschossen zur Wolfsabwehr. Auch Lausitzer Jäger
beklagen negative Folgen. So sei der Rehbestand regional bereits auf
bis zu 20 Prozent eingebrochen, das Rotwild drohe ganz aus der
Lausitz vertrieben zu werden, sagte Christian Lissina vom Verein
“Sicherheit und Artenschutz”.
Umweltminister Kupfer weist die Bedenken zurück. “Natürlich ist jedes
Nutztier, das durch den Wolf gerissen wird, eins zu viel. Doch die
Tierhalter müssen sich auf die Anwesenheit der Wölfe einstellen”.
Sachsen habe besonders den Schäfern mit der Bereitstellung von
speziellen Herdenschutzhunden bereits geholfen. “Die im letzten Jahr
vorgestellte “Hunde-Einsatztruppe” soll Schäfern, die einen oder
mehrere Wolfsübergriffe hatten, eine schnelle Hilfe zur
Schadensminimierung bieten, bis sie selbst geeignete Maßnahmen
ergreifen können. Sie stellen keine Dauerlösung dar und sind zeitlich
begrenzt im Einsatz. Aber sie sind ein wirksamer Schutz”, so Kupfer.
Der Einsatz von Gummigeschossen zur Wolfsabwehr beispielsweise in der
Nähe von Häusern sei bereits Teil des Managementplans. “Einen
grundsätzlichen Einsatz von Gummigeschossen wird es aber nicht
geben”, stellte der Umweltminister klar.
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