Leipzig (ots) – Die Gewerkschaft der Polizei hat Banken und
Kreditkarten-Unternehmen aufgefordert, ihre Schutzmaßnahmen im Sinne
der Kunden “zu verstärken, statt sie aus Kosten- und Gewinninteressen
eher zu durchlöchern”. Vor dem Hintergrund immer neuer Datenskandale
meinte GdP-Chef Konrad Freiberg gegenüber der “Leipziger
Volkszeitung” (Dienstag-Ausgabe): “Weil viele dieser Unternehmen
möglichst schnell und viel Umsatz machen wollen, nehmen sie den
Missbrauch billigend in Kauf.” Es sollten nicht immer alle gleich
nach dem Staat und nach schärferen Gesetzen rufen. “Viel wichtiger
ist, dass die Wirtschaft ihre Kontrollpflicht ernst nimmt.”
Konkret forderte Freiberg “einen besseren Schutz der Geldautomaten
vor betrügerischen Angriffen auf Konten Unschuldiger, die Ausgabe von
Kreditkarten nur noch mit dem Lichtbild des Eigentümers und
verlässliche Sperren für Kontenverbindungsdaten insbesondere im
Lastschriftverfahren, die ohne Unterschrift oder Geheimnummer
erfolgen”. Sicherheitsbehörden stellten seit geraumer Zeit eine
zunehmende Verlagerung der Kriminalität ins Internet fest, “weil es
die Wirtschaft dort den Betrügern besonders leicht macht”.
Die erfolgreiche Bekämpfung des Autodiebstahls durch die
Wegfahrsperre habe gezeigt, dass man Kriminalität deutlich verringern
könne, wenn Wirtschaft und Industrie den verfügbaren Stand der
Technik auch zum Schutz ihrer Kunden anwendeten. Zugleich forderte
Freiberg aber auch die Bürger auf, “sehr viel zurückhaltender mit der
Preisgabe der eigenen Daten umzugehen”. Oft seien die Bürger selbst
daran schuld, wenn sich der gläserne Staatsbürger herausbilde.
Außerdem müssten die Strafverfolgungsbehörden “Datenkriminalität viel
stärker als bisher ins Visier nehmen”.
Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin
Telefon: 030/72626-2000
No Comments on "LVZ: Gewerkschaft der Polizei hält Wirtschaft löchrigen Datenschutz aus Gewinngründen vor / Kreditkartenausgabe nur noch mit Lichtbild"