LVZ: Experten bezweifeln baldige Lösung für das Leipziger Einheits- und Freiheitsdenkmal



Leipzig (ots) – Angesichts des in dieser Woche für den Berliner
Standort neu gestarteten eingeschränkten Wettbewerbs für ein
Einheits- und Freiheitsdenkmal auf dem Schlossplatz gerät das offen
verlaufende Wettbewerbsmodell für ein Leipziger Denkmal in die
Kritik. “Ich gehe davon aus, dass aus dem Leipziger Wettbewerb mit
seinen drei Standort-Alternativen am Ende kein tragfähiger Vorschlag
für ein Denkmal heraus kommt”, prophezeite der CDU-Politiker Günter
Nooke im Gespräch mit der “Leipziger Volkszeitung”
(Sonnabend-Ausgabe). Nooke setzte sich 1998 mit anderen Mitstreitern
an die Spitze einer Initiative Freiheits- und Einheitsdenkmal.

Nookes Befürchtungen, so Informationen der Zeitung, werden auch in
Kreisen der Bundesregierung, insbesondere im Amt des zuständigen
Kulturstaatsministers, geteilt. “Die Erfahrungen mit dem ersten
Berliner Wettbewerb, bei dem über 500 Vorschläge und Ideen
eingereicht worden sind, zeigen, dass ein derart offenes Verfahren
zwar den Prozess der politisch-historischen Bildung der Bevölkerung
fördert, aber doch keine praktikable Lösung bildet”, sagte Nooke. Für
das Leipziger Denkmal, für das der Bund rund fünf Millionen Euro zur
Verfügung stellen will, läuft auf einmütigen Stadtratsbeschluss ein
offener Ideenwettbewerb mit drei denkbaren städtischen Standorten.
“Die Leipziger müssen aufpassen, dass am Ende nicht jemand auf die
Idee kommt, das Denkmal nach Plauen zu geben, wenn sich die Frage
stellen sollte, wer die ersten Mutigen im Herbst 1989 auf der Straße
waren”, so Nooke.

Der heutige Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung
bedauerte, dass die Nikolaikirchensäule auf dem Kirchenvorplatz, die
seit 1999 an die friedliche Revolution erinnert, “so wenig von den
Bürgern als Denkmal angenommen” worden sei. Natürlich habe Leipzig
als Stadt des eindrucksvollsten Zeichens im Herbst 89 Anspruch auf
ein großes erinnerndes Zeichen, aber “die politisch Verantwortlichen
in der Stadt sollten die Bürger darauf vorbereiten, dass dieser
laufende Wettbewerb eher kein Ergebnis bringen wird” und dass man,
entsprechend des Berliner Vorbilds, “einen zweiten Wettbewerbsanlauf”
brauchen wird. Dann mit präziseren Vorgaben über Standort, zur
Verfügung stehendes Geld und den beabsichtigten Zweck, rät Nooke.
“Irgendwann sollte es dann doch klare Vorgaben geben.”  Im jetzigen
Berliner Zweit-Wettbewerb ist vorgesehen, bis zum 3. Oktober 2010 zu
einem fertigen Vorschlag zu kommen.

Pressekontakt:
Leipziger Volkszeitung
Büro Berlin

Telefon: 030/2332440  

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