Cottbus (ots) – Die Regelung zum Kurzarbeitergeld ist für den
Arbeitsmarkt zweifellos eine Erfolgsgeschichte. Da verwundert es
nicht, wenn sie fortgeschrieben werden soll. Nach den Plänen der
Bundesregierung werden Betriebe nun länger entlastet als geplant.
Ansonsten würde sich die Kurzarbeit für die Unternehmen im kommenden
Jahr um etwa ein Drittel verteuern. Es gibt viele Kritiker, die davor
warnen, dass sich die Firmen auf Dauer in der Ersparnis der
Sozialbeiträge einrichten könnten. Und wie bei jeder Subvention kommt
es sicher auch hier zu unerwünschten Mitnahmeeffekten. Zumal dann,
wenn Betriebe betrügen, indem sie Mitarbeiter voll malochen lassen
und trotzdem die Ersparnis aus der staatlichen Hilfe kassieren.
Solche spektakulären Fälle dürfen allerdings nicht über das
Gesamtbild hinwegtäuschen. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet ist
auch die geförderte Kurzarbeit immer noch teurer als eine Entlassung.
Dass die meisten Arbeitgeber trotzdem entscheiden, ihr Personal zu
halten, zeigt, dass sie die Zeichen des demografischen Wandels
verstanden haben – und weiter von einem Aufschwung bei den
Auftragseingängen ausgehen. Gerade die Facharbeiter werden dann
dringend gebraucht. Eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes macht
auch deshalb Sinn, weil das andere Element zur Sicherung von Jobs,
der Abbau von Arbeitszeitkonten, inzwischen fast ausgereizt ist.
Wenigstens in der Arbeitsmarktpolitik bleibt Schwarz-Gelb konsequent
auf Kurs. Das verdient Anerkennung.
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