Lausitzer Rundschau: Wahres Christentum Der Streit um Kruzifixe an öffentlichen Schulen



Cottbus (ots) – Man soll sich nicht täuschen lassen. Bei der Auseinandersetzung um die Ernennung der türkischstämmigen Aygül Özkan zur niedersächsischen Sozialministerin geht es nicht um Kruzifixe in Schulen. Dass die junge Frau Probleme haben könnte mit diesem Zeichen des Christentums in einem öffentlichen Gebäude, war naheliegend. Sie liegt mit ihrer Meinungsäußerung dennoch nicht allzu weit entfernt von der Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts, das das Kreuz in den Schulen grundsätzlich infrage stellte. Tatsächlich also geht es hier nicht um die Neuauflage eines alten, im Kern längst geklärten Streits. Die Trennung von Religion und Staat gehört inzwischen zu den anerkannten Prinzipien unserer gesellschaftlichen Ordnung und wer sie konsequent einfordert, sollte auch in der CDU auf Verständnis stoßen. Die Partei hat sich immer wieder gerühmt, in ihren Reihen auch Angehörige anderer Glaubensrichtungen zu haben. Solange es sich dabei um Vertreter der kleinen jüdischen Minderheit handelte, war dies auch ungefährlich. Jetzt aber, wo es um die Integration der in der Tradition des Islam aufgewachsenen, viel viel größeren Minderheit geht, kommt in der CDU die Angst um die eigene Identität hoch. Diese Angst ist ein Armutszeugnis für Christen. Denn ein streitbares Christentum offenbart sich in der Fähigkeit, den Mitmenschen bedingungslos anzunehmen. Jetzt jemanden auszugrenzen, weil er sich stört am Kreuze, würde einen Jesus von Nazareth zutiefst befremden.

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