Cottbus (ots) – Hoteliers, Pensionsbetreiber und Gastronomen in
der Lausitz und der Elbe-Elster-Region sind laut jüngster
Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Cottbus zufrieden
mit der Sommersaison und blicken optimistisch auf die Wintermonate.
Der Spreewald ist, gemessen an der Zahl der Übernachtungen, sogar das
beliebteste Reiseziel in ganz Brandenburg. Der Tourismus steht auf
einer soliden Basis, weil er zunehmend mehr zu bieten hat als die
Lagunenlandschaft zwischen Cottbus, Burg, Lübbenau und Lübben.
Wellness- und Kulturangebote haben zugenommen, die IBA 2010 hat eine
ganze Landschaft nachhaltig verändert, die durch das Lausitzer
Seenland in der brandenburgischen und sächsischen Lausitz weiter an
Attraktivität gewinnt.
Mit den Pfunden lässt es sich wuchern, vor allem, wenn es gelingt,
die Kräfte noch besser zu bündeln. Dass Cottbus als größte Stadt in
die regionale Tourismusvermarktung zurückgefunden hat, ist ein
wichtiger Schritt. Wenig hilfreich ist dagegen der Streit um den
Namen innovative Energieregion Lausitz-Spreewald. Erstens sind
“innovative Energieregion” keine Schimpfwörter, wenn man sie nicht
nur auf Tagebaue und Kraftwerke reduziert, und zweitens muss der
Spreewald in der Tat nicht explizit im Namen vorkommen.
Für die weitere Entwicklung der Tourismusregion gewinnen Qualität
sowie das Preis-Leistungsverhältnis zunehmend an Gewicht. Gästezahlen
werden sich nicht jedes Jahr steigern lassen, und wenn Ferien in
Bayern von Urlaubern inzwischen als preisgünstiger empfunden werden
als etwa im Spreewald, dann gibt das zu denken. Hotels und
Gastronomen sollten die von der Bundesregierung in Aussicht
gestellten Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent nutzen, um
bei zumindest stabilen Preisen für die Gäste in höhere Qualität der
touristischen Angebote und Dienstleistungen zu investieren.
Mehrsprachig ausgeführte Speisekarten etwa in polnischer und
englischer Sprache gehören nach wie vor zu den Ausnahmen in den
Tourismusbetrieben der Region, um nur ein Beispiel zu nennen.
Engmaschiger muss die Vernetzung der Feriengebiete geknüpft werden,
um daraus eine einheitlichen Tourismusmarke Lausitz zu prägen, die
sich europaweit plazieren lässt. Die Finanz- und Wirtschaftskrise
könnte sich nach Einschätzung von Experten im kommenden Jahr
verstärkt im Tourismus auswirken. Das Einzigartige wird daher an
Bedeutung gewinnen. Wer dem Rechnung trägt, ist gut beraten.
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