Cottbus (ots) – Die Urväter der Musikverwertungsgesellschaft Gema
tragen so klangvolle Namen wie Richard Strauss oder Engelbert
Humperdinck. Eine “Vermittlungsstelle” wollten sie zu Beginn des
20..Jahrhunderts gründen, die die Rechte von “Tonsetzern,
Textdichtern und Verlegern” schützt. Heute ist aus der kleinen
Genossenschaft eine der weltweit größten Autorengesellschaften für
Musik geworden – ein Moloch. 60.000 Rechteinhaber, jährlich mehr als
800.Millionen Euro Umsatz, abzurechnen nach einem Tarifschlüssel, der
150.verschiedenen Paragrafen umfasst. Kritiker monieren schon lange,
dass die Preispolitik der Gesellschaft undurchschaubar sei:
70.Prozent aller Einnahmen würden an zehn Prozent der Mitglieder
ausgeschüttet. Während die Branchenriesen profitieren, müssen sich
die übrigen 90 Prozent – kleine Veranstalter und ohnehin schlecht
verdienende Musiker aus der Provinz – mit 30 Prozent Gema-Einnahmen
begnügen. Nun sollen diese Ungerechtigkeiten durch Gebührenerhöhungen
zementiert werden. Popstars und Großveranstalter werden darunter
wenig zu leiden haben, bei Superauftritten von Madonna und Co machen
zwei Euro “Gema-Aufschlag” an der Konzertkasse kaum einen
Unterschied. Wenn aber die kleinen Clubs und Festivals der Region
gestiegene Gebühren an die Besucher weitergeben müssten, wäre das für
viele Veranstaltungen das Ende.
Wo aber liegt eine mögliche Lösung? Die Gema rät zur Geduld: Sie hat
“Lehrstuhlinhaber der Mathematik” engagiert, die am Problem arbeiten.
Das aber, so die Gema, dauere noch eine Weile. Womit wieder bewiesen
wäre, dass nichts so schwer ist wie das Einfache.x
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