Cottbus (ots) – So viel Offenheit ist ungewohnt für einen Papst:
“Pannen” habe es im Umgang mit den Pius-Brüdern gegeben, schreibt
Benedikt XVI. an die Bischöfe der katholischen Kirche. Dieses Wort
findet sich selten in Dokumenten aus dem Vatikan. Dazu bittet
Benedikt um Entschuldigung, kündigt Verbesserungen an und macht vor
allem eines deutlich: Hinter das Zweite Vatikanische Konzil, hinter
die Ökumene und den christlich-jüdischen Dialog gibt es kein Zurück.
Damit spricht der Papst aus Bayern vielen deutschen Katholiken aus
dem Herzen. Doch auch einen Wermutstropfen gibt es: Denn Benedikt
scheint fest entschlossen, die abtrünnigen Pius-Brüder wieder in den
Schoß der Kirche zu holen. Er sieht sich als “Erzieher, der manches
Ungute auch überhören kann”, wenn es darum geht, die Abtrünnigen auf
den rechten Weg zu bringen.
Doch gemessen an ihren Äußerungen in den vergangenen Wochen sind die
Pius-Brüder wohl eher schwer erziehbar. Weswegen auf Benedikt an
dieser Stelle noch eine große Aufgabe wartet – ganz abgesehen einmal
davon, dass es in Deutschland viele Christen gibt, die sich so viel
Toleranz auch im Umgang mit manchem liberalen Theologen wünschen
würden.
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