Cottbus (ots) – Den Auftakt in das WM-Jahr haben sich
Bundestrainer Joachim Löw, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft
und auch die Fans im Stadion und an den TV-Geräten ganz sicher anders
vorgestellt. Das 0:1 gegen die von der lebenden Legende Diego
Maradona betreuten Argentinier reihte sich nahezu nahtlos in eine
ganze Reihe von trostlosen Test-Länderspielen ein.
Die Niederlage von München offenbarte 100 Tage vor dem Start der WM
in Südafrika trotz des Testcharakters gleichwohl einige Schwächen in
der deutschen Mannschaft. Mut- und ideenlos präsentierte sich die
DFB-Auswahl im Spiel nach vorne, in der Abwehr zeigte ausgerechnet
die neue Nummer eins im Tor, René Adler, deutliche Schwächen und
ermöglichte den Südamerikanern den entscheidenden Treffer. Keine bis
zum WM-Auftakt irreparablen Fehler, aber schon sehr ärgerlich – und
von den Argentiniern konsequent bestraft. Vielleicht gar nicht
schlecht: Zu den Favoriten gehört Deutschland nach der Leistung vom
Mittwoch erstmal nicht mehr.
Angst und Bange muss uns aber nicht werden beim Gedanken an Michael
Ballack & Co. bei der WM. Wie langweilige Testspiele zum
Standardrepertoire der Nationalmannschaft gehören, haben sich in den
vergangenen Jahren auch die missglückten Generalproben etabliert. Vor
vier Jahren hieß es sogar 1:4 gegen Italien – das brachte den Stuhl
von Teamchef Jürgen Klinsmann heftig ins Wanken. 2002 unterlag
Deutschland ebenfalls mit 0:1 gegen Argentinien. Auch wenn es überaus
abgedroschen klingt: Wenn es darauf ankommt, war auf die
Nationalmannschaft in der jüngeren Vergangenheit Verlass. Der Einzug
in das WM-Finale 2002 und Platz drei vor vier Jahren beim
“Sommermärchen” belegen dies. Das 0:1 gegen Argentinien sollten wir
deshalb abhaken – als verpatzten Fußball-Abend. Nicht mehr, nicht
weniger.
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