Lausitzer Rundschau: Die Unvollendete Das Finaljahr der IBA in der Lausitz und die Zukunft



Cottbus (ots) – Ein Jahrzehnt lang hat die Internationale
Bauausstellung im Sinne des Fürsten Pückler Landschaft verändert.
Keineswegs allein. Dass heute Experten von Amerika bis China und
Australien auf die Lausitz und das Seenland schauen, ist das Werk
vieler. Allen voran jener Pioniere von Bartsch, Momper, Joswig bis
Rippl, die eine Vision von dieser Region nach dem Braunkohlebergbau
entwickelten und dann auf eine IBA in der Lausitz drängten. Ihnen war
schnell klar, dass die Dimension des Landschaftswandels – mit
5000Quadratkilometern wurde die Lausitz die größte
Landschaftsbaustelle Europas – bisherige Vorstellungen sprengen
würde. Dass Kommunen materiell und visionär überfordert gewesen
wären, das Tagebauloch vor der Haustür allein zu einer Attraktion
werden zu lassen. Hier musste kreativer Geist Einzug halten, um
gepaart mit dem Potenzial der Region Einmaliges zu schaffen. Denn nur
dann bestand die Chance, sich abzuheben von anderen Seenlandschaften.
Die Förderbrücke F60, das heutige Schaubergwerk am künftigen
Bergheider See, wurde schließlich zur Initialzündung. BTU-Professor
Günter Bayerl, Experte für Technikgeschichte, prophezeite zu jener
Zeit: Wenn die F60 gesprengt wird, stirbt die IBA. Der
Stahlgigant wurde nach langem Kampf und bestandener Feuertaufe für
den späteren IBA-Geschäftsführer Rolf Kuhn nicht abgerissen. Und die
IBA hatte sich selbst den Maßstab für künftige Projekte gesetzt:
Unmögliches gibt es nicht!
30Projekte sind es im Finaljahr, die es größtenteils ohne die
IBA nicht gegeben hätte. Allen voran die lange auf der Kippe
stehenden Biotürme von Lauchhammer oder der zehn Jahre nicht von der
Projektliste gestrichene schwimmende Steg, der nun auf dem Sedlitzer
See Gestalt annimmt. Und dennoch wird diese IBA eine unvollendete
sein – was keineswegs negativ zu bewerten ist. Denn mit ihren
Planungen wird zugleich eine Brücke in die Zukunft geschlagen.
Bergbausanierung in der Lausitz wird weitergehen. Und die Kreativität
ist schon in den IBA-Nachfolger Zweckverband Lausitzer Seenland
Brandenburg übergegangen, dem bisher noch der sächsische Part fehlt.
Und wann könnte die IBA endgültig abgeschlossen sein? Antwort: Wenn
das Seenland komplett geflutet, mit schiffbaren Kanälen und Tunneln
verbunden, die Uferböschungen gestaltet sind. Dem Besucher dann zu
präsentieren, in welcher Landschaftsschau auch immer, was
Bergbausanierung leisten kann – das wäre die vollendete IBA.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
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