Cottbus (ots) – Die Tests sind bereits durchgeführt,
voraussichtlich im Juni werden die Ergebnisse ausgewertet vorliegen.
Die Rede ist von der 4.Pisa-Schulleistungsstudie. Der
Unterschied zu den vorherigen: Für den Bundesländer-Vergleich wurden
die Testfragen diesmal aus den mittlerweile deutschlandweit geltenden
Bildungsstandards abgeleitet. Sie waren eine Konsequenz aus dem
Pisa-Schock im Jahr 2000. Nicht nur die schlechte Platzierung
Deutschlands im internationalen Vergleich schockierte damals, auch
die krassen Unterschiede in den Leistungen der Schüler je nach
Bundesland. Brandenburg rangierte da weit hinten. Parallel zu der
Einführung der einheitlichen Bildungsstandards hat sich Brandenburg
in den Pisa-Runden 2003 und 2006 verbessert. 2009 dürften sich die
märkischen Schüler als noch leistungsfähiger erwiesen haben. Nur zu
welchem Preis? Mit den besseren Leistungen geht eine soziale
Selektion einher, die sich in den Pisa-Ergebnissen ebenfalls ablesen
lässt. 2003 spielte es für den Bildungsabschluss in Brandenburg kaum
eine Rolle, welcher sozialen Herkunft ein Schüler war. Heute ist das
anders. Das Bildungsministerium hat den Leistungsdruck erhöht. Die
Hürde für den Zugang auf das Gymnasium ist höher gebaut, der
Unterrichtsstoff komprimiert worden, um nach zwölf Jahren das Abitur
zu schaffen. Das war schnell getan und kostete nicht viel. Zugleich
unterließ es die Bildungspolitik im Land, individuell zu fördern.
Schüler, deren Eltern sich Nachhilfe nicht leisten können, bleiben
auf der Strecke. Das darf nicht die Konsequenz aus Pisa sein.
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