Lausitzer Rundschau: BIldungsstreik in Deutschland



Cottbus (ots) – Das Studium ist die schönste Zeit im Leben – wohl
kaum ein Student wird das derzeit bestätigen. Nicht erst seit der
Umstellung der ´Studiengänge auf Bachelor und Master wächst der Unmut
an deutschen Hochschulen. Und nicht nur dort. Mit dem Bildungsstreik
melden sich jetzt die zu Wort, die von der Bildungsmisere direkt
betroffen sind: die Schüler und Studenten.
Der aufgestaute Unmut über die Lernbedingungen an jedweder Form von
Schule formiert sich nun zu recht geballt und bundesweit in
Großdemonstrationen. Unterrichtsausfall, zu wenig Lehrer,
Leistungsdruck dank verkürztem Abitur – Alltag an den Schulen.
Verschultes Studium, keine Zeit für Nebenjobs, mit denen die Uni
finanziert wird, dazu Studiengebühren Prüfungsdruck, schlecht
ausgestattete Institute – Alltag an den Hochschulen.
Auf der anderen Seite stehen zu wenig Abiturienten und Studenten, zu
viele Schulabbrecher, fehlende Fachkräfte – alles festgehalten im
letzten OECD-Bildungsbericht.
Das Dilemma: Die Situation wird sich noch verschlechtern, ändert sich
nichts vor Ort. Verstanden hat das die Politik schon lange, bewegt
hat sich bisher recht wenig. Selbst um die bitter nötigen Mittel aus
dem Hochschulpakt II wurde monatelang gerungen, der Bildungsgipfel
der Kanzlerin hinterließ kaum Spuren, von Einigkeit unter den Ländern
selten eine Spur. Und immer wieder der Verweis darauf, dass Geld für
Reformen fehlt. Doch wer gerade einmal rund sechs Prozent des
Bruttoinlandsproduktes für die Bildung ausgibt, aber Millionen in
nahezu verlorene Konzerne und Banken pumpt, braucht sich nicht zu
wundern, wenn er bildungstechnisch an den Abgrund gedrängt wird. Doch
viel wichtiger wäre: zuhören – und zwar denen, die täglich mit dem
Chaos fertig werden müssen. Denn bei ihnen liegt die Zukunft des
Landes, und die könnten sie jetzt schon verantwortlich mitgestalten -
wenn man sie lässt.

Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
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