Cottbus (ots) – Die Argumente der Familie Manteufel sind
menschlich verständlich. Die Kreisverwaltung Spree-Neiße hat ihnen
eine falsche Baugenehmigung gegeben. Nach 15 Jahren
nervenaufreibender Prozesse wird das Haus der Familie deshalb in vier
Wochen abgerissen. Manteufels könnten nun kurzfristig ein anders Haus
in der Nähe kaufen. Die dafür nötigen 200 000 Euro soll die
Versicherung des Landkreises ihnen in Anrechnung auf den zu
leistenden Schadenersatz jetzt schon auszahlen.
Das mit einer einstweiligen Verfügung erzwingen zu wollen, erwies
sich als teure Sackgasse. Trotz eindringlicher Hinweise des Gerichtes
auf die juristische Aussichtslosigkeit zog der Anwalt der Manteufels
den Antrag nicht zurück. Die Familie hat nun ein abschlägiges Urteil
und weitere Gerichtskosten zu tragen. Der Spree-Neiße-Kreis ist das
Problem damit juristisch, aber nicht moralisch los. Denn natürlich
muss sich der Kreis als Verursacher darum bemühen, der betroffenen
Familie jetzt so wenig wie möglich an weiteren Belastungen zuzumuten.
Dazu gehört auch, mehrmaliges Umziehen zu vermeiden.
Gelöst werden kann das Problem nicht durch Gerichte, sondern nur
durch schnelle und pragmatische Verhandlungen. Dazu müssen alle
Beteiligten an einen Tisch: Manteufels, der Kreis und die kommunale
Versicherung KSA. Die hat immerhin schon etwa die Hälfte der zu
erwartenden Entschädigung überwiesen. Noch sind vier Wochen Zeit bis
zum geplanten Abrisstermin.
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