Konjunkturreport der Handelskammer zum Herbst 2008: Probleme ja, Panik nein!



(pressebox) Bremen, 31.10.2008 – Die Geschäftsaussichten für die bremische Wirtschaft haben sich angesichts der Finanzmarktkrise und seiner realwirtschaftlichen Folgen deutlich eingetrübt. 2009 wird daher konjunkturell ein problematisches Jahr, andererseits besteht aber kein Grund zur Panik. Dank seiner guten Ausgangsbedingungen ist Bremen für den kommenden Konjunkturabschwung besser gerüstet als andere Standorte. Das zeigen die Herbstumfrage der Handelskammer Bremen sowie eine aktuelle Blitzbefragung bei 256 Betrieben aus Verarbeitendem Gewerbe, Handel und Dienstleistung.

Angesichts der jüngsten Turbulenzen auf den Finanzmärkten ist jedes dritte Unternehmen gezwungen, seine Geschäftserwartungen nach unten zu korrigieren. Die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist beendet. Dr. Matthias Fonger, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Bremen, sagte: "Entscheidend wird sein, schnell das Vertrauen an den Finanzmärkten wieder herzustellen und die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland wie auch in Bremen so zu setzen, dass Investitionen in Wachstum und Wohlstand gefördert werden. Dazu gehören Nachbesserungen bei der Unternehmenssteuerreform, eine Erbschaftsteuerreform, die die stabilisierende Funktion der Familienunternehmen sicherstellt, und ein spürbarer Bürokratieabbau."

Ein klassisches, schuldenfinanziertes Konjunkturprogramm lehnt die Handelskammer entschieden ab. "Durchaus sinnvoll ist es aber, ohnehin vorgesehene Investitionen, beispielsweise in die Verkehrsinfrastruktur, vorzuziehen und Investitionsanreize zu setzen", so Dr. Fonger. Der Handelskammer-Hauptgeschäftsführer warnte zugleich vor einer Dramatisierung der Lage in Bremen: "Die bremische Wirtschaft hat in den zurückliegenden Jahren von der Expansion der Logistikwirtschaft, der Hafenwirtschaft und des Exports profitiert. Die Unternehmen haben in dieser Zeit ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit verbessert und sind daher auch für ein raueres Konjunkturklima gerüstet. Auch wirken der Rückgang der Rohstoffpreise und die exportfreundlichere Euro-Dollar-Relation stabilisierend", sagte er.

Zu den Branchen im Einzelnen: Die Industrie konnte sich bislang gut behaupten, bekommt aber zunehmend den starken konjunkturellen Gegenwind zu spüren. Problematisch stellt sich die Situation vor allem in der Automobilwirtschaft und bei entsprechenden Zulieferfirmen dar. Einbrüche auf wichtigen Auslandsmärkten und schwächerer Absatzzahlen im Inland belasten diese Branche stark. Skeptisch sieht die Bauwirtschaft der Geschäftsentwicklung in 2009 entgegen.

Die Unternehmen des Groß- und Außenhandels verzeichnen aktuell überwiegend noch eine befriedigende Geschäftslage. Für die nächsten Monate rechnen sie aber mit geringeren Geschäftsimpulsen. Grund dafür sind die globale Wachstumsverlangsamung und die Abkühlung der Investitionskonjunktur. Der Einzelhandel befürchtet eine Konjunkturflaute. Die allgemeine Verunsicherung hat eine stärkere Sparquote bei den Bürgern und dadurch sinkende Konsumausgaben zur Folge.

Das Hotelgewerbe bleibt auf der Sonnenseite der Konjunktur. Eine gute Auslastung der Betten beschert zufriedenstellende Erträge. Es zahlt sich aus, dass Bremen national und international als Tagungs- und Tourismusziel gut aufgestellt ist. Die Gastronomie meldet befriedigende Geschäftszahlen.

Das bremische Kredit- und Versicherungsgewerbe ist gut aufgestellt und vergleichsweise gering von den Auswirkungen der Finanzkrise betroffen. Die Kreditversorgung der regionalen Wirtschaft ist sichergestellt. Angesichts des erwarteten Konjunkturrückgangs fallen die Geschäftsprognosen jedoch deutlich zurückhaltender aus als zuvor.

Die Aussichten für die Verkehrs- und Logistikwirtschaft trüben sich mit Blick auf die konjunkturelle Entwicklung und einen nachlassenden Welthandel deutlich ein. Mit einer gewissen Verzögerung werden deshalb die Häfen eine Abschwächung des Umschlagswachstums zu spüren bekommen. Die Seeschifffahrt hat kurz- bis mittelfristig mit sinkenden Frachtraten zu kämpfen. Rückläufige Geschäfte erwarten auch der Straßengüterverkehr und das Speditionsgewerbe. Abwärts gerichtet ist der Konjunkturtrend der unternehmensbezogenen Dienstleister.

Der vollständige Konjunkturreport Herbst 2008 kann im Internet unter www.handelskammer-bremen.de/konjunktur abgerufen werden. Gerne senden wir Ihnen den Bericht auch als PDF-Datei zu.

Ansprechpartner:

Herr Dr. Stefan Offenhäuser
Telefon: +49 (421) 3637-245
Fax: +49 (421) 3637-226
Zuständigkeitsbereich: Public Relations

Trackback URL

Für die oben stehende Pressemitteilung ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Quelle Firmenname) verantwortlich. Dieser ist auch grundsätzlich Urheber, sowie auch für jegliche Bilder und weiteren Materialien in dieser Pressemitteilung.

Blogspan.net (Alexander Baumgärtner) übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.

No Comments on "Konjunkturreport der Handelskammer zum Herbst 2008: Probleme ja, Panik nein!"

Hi Stranger, leave a comment:

ALLOWED XHTML TAGS:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Subscribe to Comments