Köln (ots) – Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses des
Bundestages haben den Auftritt des afghanischen Präsidenten Hamid
Karsai in dem Gremium kritisiert. “Er war nicht präzise genug”, sagte
der ehemalige FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt dem “Kölner
Stadt-Anzeiger” (Donnerstag-Ausgabe). “Es reicht nicht zu sagen,
alles, was aus Deutschland kommt, ist gut.” Karsai hatte während der
Sitzung mit Blick auf die neue deutsche Afghanistan-Strategie
erklärt, diese Strategie sei so gut wie Autos von Daimler oder
Porsche; denn alles komme aus Deutschland. “Das ist die Fortsetzung
der bisherigen Politik, die nie eine scharfe Analyse gemacht hat”, so
Gerhardt. “Das reicht mir nicht aus.” Die frühere Staatsministerin im
Auswärtigen Amt, Kerstin Müller (Grüne), sprach gegenüber dem “Kölner
Stadt-Anzeiger” von einem “charmanten Auftritt” des Präsidenten.
Allerdings habe dieser nicht deutlich machen können, wie er die
Taliban im Zuge eines Aussöhnungsprozesses dazu bringen wolle, die
afghanische Verfassung zu respektieren und wo in diesem Prozess “die
roten Linien” seien. Wenn dabei etwa die Frauenrechte unter die Räder
kämen, betonte Müller, “dann ist das eine ziemlich faule Sache, auf
die wir uns da eingelassen haben”. Teilnehmerangaben zufolge war
Karsais Auftritt ganz auf die deutsche Debatte “zugeschnitten”.
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