Kesseltauschprämie nahezu halbiert



Essen (ots) – Rückwirkend zum 1. Januar und mit deutlich reduziertem Umfang tritt die Kesseltauschprämie wieder in Kraft. Mit ihr fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Austausch alter Heizkessel. Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) begrüßt grundsätzlich die Fortsetzung der Förderung, befürchtet aber wegen der Kürzungen eine spürbare Verlangsamung des Modernisierungstempos.

Lange Zeit war unklar, ob und in welcher Form die Kesseltauschprämie weitergeführt wird. Jetzt steht fest: Das Bundesumweltministerium hat die Fördersätze praktisch halbiert. Statt bisher 750 Euro für einen neuen Brennwertkessel in Kombination mit einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung gibt es künftig nur noch 400 Euro. “Die Entscheidung ist aus unserer Sicht das falsche Signal”, sagt Bernhard Funk, Sprecher der IEU. “Dadurch verlangsamt sich das Tempo der notwendigen Heizungsmodernisierung und die Reduzierung von CO2-Emmissionen wird erschwert.”

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen pro Jahr etwa eine Million Heizungsanlagen erneuert werden. Doch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlegen Verbraucher sehr genau, wofür sie ihr Geld ausgeben und in welche Sanierungsmaßnahmen sie investieren. Auch aus diesem Grund macht sich die Initiative Erdgas pro Umwelt dafür stark, dass die Förderung auf mindestens zehn Prozent der jeweiligen Investitionskosten erhöht wird.

Notwendige Weichenstellung für die Zukunft

Nach Überzeugung der IEU bedarf es einer besser durchdachten und zielführenderen Förderpolitik. Drei Weichenstellungen sind dabei entscheidend:

1.) Je höher die CO2-Einsparung ausfällt, desto mehr sollte sich der Staat an der Investition beteiligen. Dieser Ansatz wird bei der Bemessung der Kfz-Steuer bereits umgesetzt.

2.) Der Heizungsaustausch muss durch signifikant höhere finanzielle Anreize gefördert werden. Hilfen von Bund und Ländern motivieren Hauseigentümer, alte Heizungsanlagen durch moderne Brennwertgeräte zu ersetzen.

3.) Die Förderpolitik muss transparent, verlässlich und stetig sein. Alle Maßnahmen und Programme sollten nachhaltig, das heißt mindestens auf zehn Jahre angelegt sein. “Eine solche Förderpolitik ist eine essenzielle Voraussetzung dafür, dass Deutschland sein Klimaschutzziel im Wärmemarkt erreicht”, betont Bernhard Funk.

Über die IEU

Die Initiative Erdgas pro Umwelt (IEU) ist eine Gemeinschaft führender Unternehmen der Heizgeräteindustrie, der Gaswirtschaft, des installierenden Fachhandwerks und des Großhandels. Gemeinsam engagieren sich die Partner für klimaschonende Lösungen der Wärmeerzeugung im Haus.

Weitere Informationen und Download der Studie: www.ieu.de

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Ralf Maushake
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