Berlin (ots) – “Gemeinsames und individuelles Lernen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden”, erklärt Prof. Hilbert Meyer. “Sie gehören zusammen und müssen ausbalanciert werden.” Der Oldenburger Erziehungswissenschaftler ist Jury-Vorsitzender des Cornelsen Stiftungspreises ‘Zukunft Schule’. Lehrer, Referendare und Studierende sind in diesem Jahr aufgerufen, Projekte zum Thema “Offenes Lernen in Zeiten der Standardisierung” einzureichen.
Im Interview mit Perspektive: Bildung plädiert Meyer für eine Vielfalt sozialer Unterrichtsformen. Gleichberechtigt neben dem Frontalunterricht sollten kooperatives Lernen und der individualisierte Unterricht stehen. Noch ein langer Weg, denn, “die Untersuchungen zur Sozialformenvielfalt im Regelschulsystem sind wenig ermutigend”, erklärt Meyer. Der Anteil des Frontalunterrichts liege in den Gymnasien noch bei 80 bis 85 Prozent.
Neben den Vorzeigeschulen praktizierten aber auch jetzt schon ganz normale Schulen eine gleichberechtigte Mischung der Sozialformen. “An zwei dieser Schulen ist die PISA-Studie wiederholt worden – die Schüler waren in weiten Bereichen sehr gut, zum Teil oberhalb der finnischen Ergebnisse.” Es gebe also überhaupt keinen Grund, vor einem Zuviel an geöffnetem Unterricht zu warnen. Im Gegenteil: Hier sollte sich in den nächsten Jahren einiges entwickeln. Und dafür könne der Stiftungspreis Motivator sein.
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