Jukka Laaksonen: Das Baltische AKW ist die bisher fortschrittlichste Projektlösung atomarer Anlagen



Sankt Petersburg (ots) – Zumindest ist das Baltische Atomkraftwerk aus Sicht gegenwärtiger Projektlösungen eine der fortschrittlichsten Atomanlagen, erklärte dem RBMC Generaldirektor der Agentur für Strahlen- und Nuklearsicherheit Finnlands (STUK), Jukka Laaksonen. In vielen Aspekten ist dieses Projekt moderner als der französische Reaktor EPR, da er über sogenannte passive Sicherheitssysteme verfügt. Das bedeutet, dass er nicht so wie EPR auf die garantierte Versorgung mit Elektroenergie angewiesen ist. So sind in Verbindung mit dem russischen Projekt alle neuen Forderungen berücksichtigt worden, die man auch in den Sicherheitsstandards der IAEA finden kann. Auf diese Weise gibt es keinen Grund zur Beschwerde.

Wenn die Nachbarländer aus diesem AKW Energie zu einem guten Preis beziehen würden, wäre das natürlich von Vorteil. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es, soviel ich weiß, sowohl in Litauen als auch in Polen entschiedenes Interesse am Bau eigener AKW so dass dieses Projekt als Alternative gelten könnte, wenn das entsprechende politische Vertrauen und Einverständnis zwischen den Nachbarstaaten über die Energienutzung des Baltischen AKW vorhanden ist. Darüber hinaus gibt es auch Nachfrage aus Schweden und Deutschland, die ebenfalls einen Markt für die Elektrizität aus diesem AKW bieten könnten.

Ich schätze, dass die russische Seite den Bau durchführt. Möglicherweise werden die Nachbarländer in Teilbereiche des Projektes als Auftragnehmer eingebunden, das ist in der heutigen Wirtschaft gängige Praxis. Und natürlich können sich die Nachbarstaaten auch direkt am Projekt beteiligen. Eingeladen werden Investoren, welche dann Projektteilhaber werden können.

Heute gehört es zum Unternehmensalltag, Geld in anderen Ländern anzulegen. Zum Beispiel hält ein finnisches Energieunternehmen Aktien an einem schwedischen Atomkraftwerk. Faktisch hat Fortum, Eigentümer des AKW “Loviisa”, heute mehr Aktien an schwedischen AKW. Aber das deutsche Unternehmen E.ON plant in den Bau eines neuen AKW in Finnland zu investieren. Daran ist überhaupt nichts ungewöhnliches, dies ist ganz normale europäische Praxis, so Laaksonen.

Rückfragehinweis: Denis Pleshchenko 10-line V.O. 3, Sankt Petersburg, 197110 Tel.: 007 911 985 6237 e-mail: dp@cirp.ru

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