Isotopenpreis für Dr. Stefanie Goldberg



(pressebox) Bayreuth, 14.10.2009,

Dr. Stefanie Goldberg ist Trägerin des Isotopenpreis 2009 der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung. Mit dem mit 3500 Euro dotierten Preis zeichnet die Stiftung ihre herausragende Dissertation an der Universität Bayreuth unter Verwendung stabiler Isotope aus. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Stabile Isotope am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam statt.

Für ihre Dissertation hat Dr. Stefanie Goldberg in innovativer Weise die Konzentration und Isotopenhäufigkeit von Lachgas aus Bodenluft entlang von Bodenprofilen benutzt, um mikrobielle Entstehungs- und Konsumptionsprozesse dieses Spurengases unter Klimabedingungen nachzuvollziehen, wie sie für die Zukunft in den nordbayerischen Mittelgebirgsregionen prognostiziert werden.

Mit ihren Arbeiten an Wald- und Moorstandorten im Fichtelgebirge konnte Stefanie Goldberg unter anderem erstmalig eine Senkenfunktion von Waldböden für Lachgas während längerer Trockenperioden nachweisen und mechanistisch beschreiben. Sämtliche globalen Bilanzen zur Erklärung der Ursachen für den Anstieg der Lachgaskonzentration in der Atmosphäre sind mit dieser Erkenntnis neu zu überdenken.

In der Laudatio wurde neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualität ihrer Arbeit auch als besondere Leistung hervorgehoben, dass es Frau Dr. Goldberg gelungen ist, ihre umfangreiche experimentelle Dissertation in exakt drei Jahren Bearbeitungszeit im Alter von nur 26 Jahren abzuschließen und während der Promotion auch noch glückliche Mutter zu werden.

Der Isotopenpreis wird jährlich an einen jüngeren Nachwuchswissenschaftler für hervorragende Forschungsarbeiten unter Zuhilfenahme stabiler Isotope verliehen.

Dr. Stefanie Goldberg hat von 2001 bis Anfang 2006 an der Universität Bayreuth Biologie studiert. Im Anschluss promovierte sie im BayCEER – Labor für Isotopen-Biogeochemie bei Professor Dr. Gerhard Gebauer. Ihre Dissertation entstand im Teilprojekt "Biogene Spurengase" der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Universität Bayreuth geförderten Forschergruppe "Bodenprozesse bei extremen meteorologischen Randbedingungen". Das Bayerische Fernsehen wird demnächst in der Reihe "Forschung aktuell" in einer Sendung mit dem Titel "Klimakiller aus dem Boden – die unterschätzte Gefahr durch Spurengase" über das Forschungsprojekt berichten (BR alpha, Montag, 16. November 2009, 16 Uhr).

Ab Januar 2010 wird Dr. Stefanie Goldberg mit einem Regierungsstipendium der Volksrepublik China an der Nankai Eliteuniversität in der Millionenstadt Tianjin im Bereich Umweltforschung tätig sein und damit einen Beitrag zur Lösung der in den nächsten Jahren in China bevorstehenden immensen Umweltprobleme leisten.
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