(pressebox) Frankfurt am Main, 12.02.2009, Neben Satellit, Kabel und Antenne etabliert sich derzeit ein vierter Verbreitungsweg fürs Fernsehen: das Internet. Deshalb stand das so genannte IPTV bei einem Workshop der Deutschen TV-Plattform am Donnerstag in Berlin im Mittelpunkt. Fast 120 Branchenexperten diskutierten in vier Panels ein "White Paper" als grundlegendes Regelwerk, bei dem die AG IPTV der Deutschen TV-Plattform Basis-Normen aus Sicht aller Marktteilnehmer zusammengetragen hat. Firmen wie T-Home und tape.tv demonstrierten unterschiedliche Programmangebote und Forschungs-einrichtungen wie das Institut für Rundfunktechnik (IRT), T-Systems und Fraunhofer FOKUS zeigten Entwicklungsarbeiten zu IPTV. Das Unternehmen iTVsolutions zeigte eine Hybridlösung von IP- und Web-TV.
In Deutschland wird IPTV immer attraktiver, konstatierte Gerhard Schaas, Vorstandsvorsitzender der Deutschen TV-Plattform und Vorstand der Loewe AG. Inzwischen nutzen über 565.000 Haushalte in Deutschland IPTV und Anbieter wie die Telekom, Hansenet und Arcor vermelden erhebliche Zuwachsraten. Kein Wunder, dass Analysten IPTV auch in Deutschland sehr gute Marktchancen einräumen. Einig waren sich die Experten, dass IPTV Fernsehen und Video mit Hilfe des Internet Protocol (IP) ist, wobei die Verbreitung zumeist über ein modernes DSL-Telefonnetz erfolgt, dessen Betreiber gleichzeitig auch der Vermarkter der Programme ist. Daneben gibt es noch das so genannte Web-TV, das nicht an ein geschlossenes DSL-Netz gebunden ist. Deshalb sind IPTV und Web-TV nicht nur technisch, sondern auch von Struktur und Angebot her zwei völlig verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Geschäfts- und Marktmodellen, die sich an verschiedene Zielgruppen richten.
Die Attraktivität von IPTV liegt in den Wachstumschancen für die Marktteilnehmer, wurde beim Workshop der Deutschen TV-Plattform deutlich. Netzbetreiber können durch IPTV zusammen mit Telefonie und schnellen Internetanschlüssen den Kunden ein günstiges Dreifach-Angebot (Triple Play) offerieren; Programmveranstaltern öffnet sich ein vierter Verbreitungsweg und die IP-Kodierung des Signals bietet die Möglichkeit, interessante Zusatzanwendungen ins eigene TV-Programm einzubinden. Voraussetzung, um immer mehr Kunden zu gewinnen, ist allerdings, dass sich Sender, Netzbetreiber und Gerätehersteller über gemeinsame Basis-Normen etwa bei Signalqualität, Inhalteschutz, interaktiven Anwendungen und Netzarchitektur einigen. Diese Empfehlungen sind nun im "White Paper" der Deutschen TV-Plattform enthalten und sollen sicherstellen, dass sämtliche IPTV-Dienste, Programme, Services und zusätzlichen Angeboten mit allen Endgeräten in allen Netzen empfangbar sind und die Technik kompatibel ist.
"Ein offener und harmonisierter Markt bietet für alle bessere Chancen, neue Angebote und Technologien im Markt einzuführen", resümierte Jürgen Sewczyk, Leiter der AG IPTV und Vorstandsmitglied der Deutschen T V-Plattform, beim Berliner Workshop. "Durch konstruktive Zusammenarbeit ist ein wichtiges Regelwerk entstanden", so Sewczyk: "Für den Durchbruch bei IPTV in Deutschland müssen nun die Marktpartner die Verabredungen aus dem ‘White Paper’ im täglichen Geschäft umsetzen".Über Deutsche TV-Plattform e.V.
Die Deutsche TV-Plattform ist ein Zusammenschluss von Programmherstellern und -anbietern, privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Netzbetreibern und Industrieunternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten, Bundesministerien, Landesregierungen und Medienanstalten sowie anderen, mit den digitalen Medien der Zukunft befassten Unternehmen, Verbänden und Institutionen. Mit dieser bereichs- und branchenübergreifenden Zusammensetzung ist die TV-Plattform die einzige von der Wirtschaft getragene Institution in Deutschland, in der Vertreter aus allen Bereichen der Medienwirtschaft an einem Tisch sitzen.
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