Bayreuth/Düsseldorf (ots) – Die Ergebnisse aus den vergangenen vier Jahren Projektarbeit im Bereich Nanokohlenstoffe zu präsentieren, diese auch kleinen und mittleren Unternehmen zugänglich zu machen und langfristige Strukturen für weitere Aktivitäten zu schaffen – darauf lag der Fokus des vierten Inno.CNT-Jahreskongresses, der vom 30. Januar bis 1. Februar in der Bayreuther Stadthalle stattfand. Rund 280 renommierte CNT-Experten diskutierten die Potenziale von Nanokohlenstoffen als Innovationsfaktor für zahlreiche Branchen und präsentierten ihre Ergebnisse sowohl in Fachvorträgen und Postern, als auch anhand von Anwendungsmodellen. Zudem erhielten kleine und mittlere Unternehmen aus der Region in praxisbezogenen Workshops Einblicke in die Möglichkeiten dieser innovativen Werkstoffe.
Wie weit die Arbeit innerhalb dieser vergleichsweise neuen Technologie bereits fortgeschritten ist, zeigten eindrucksvoll die ausgestellten Anwendungsmodelle: “Diese Autotür verfügt über eine CNT-modifizierte Innenverschalung. Durch die hohe Wärmeleitfähigkeit der CNT dient die Verschalung als Flächenheizung”, erklärte Dr. Walter Schütz von der FutureCarbon GmbH, die den Jahreskongress in diesem Jahr ausrichtete, eines der zahlreichen Exponate. Außerdem wurden beispielsweise ein nanoverstärktes Brückenelement und ein Teil einer Stützkonstruktion für Flugzeuge gezeigt.
Einstiegsbarrieren für interessierte Unternehmen senken “CNT sind derart vielseitig einsetzbar, dass unzählige Branchen von diesem Hightech-Werkstoff profitieren können”, sagt Dr. Péter Krüger von Bayer MaterialScience und Leiter der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Innovationsallianz Inno.CNT. “Um das innerhalb von Inno.CNT erarbeitete Know-how über die Herstellung, Modifizierung, Dispergierung, Weiterverarbeitung und Charakterisierung von Nanokohlenstoffen einem großen Nutzerkreis zugänglich zu machen, wird in Kürze durch einige Inno.CNT-Partner das NanoCarbonCenter gegründet. So werden bei Interessenten die Risiken von Investitionsentscheidungen und damit die Einstiegsbarrieren zur Verwendung dieser neuen Materialklasse deutlich gesenkt.”
Innovationsthemen zeitnah angehen
Die Veranstaltung machte aber auch deutlich, dass der Forschungs- und Entwicklungsbedarf im Bereich Nanokohlenstoffe noch lange nicht erschöpft ist. “Es gibt wichtige Themen, die wir zeitnah angehen wollen. Dazu gehört eine Weiterführung der begleitenden Sicherheitsforschung ebenso wie die inhaltliche Ausdehnung unserer Forschungsaktivitäten auf weitere Nanokohlenstoffe wie etwa Graphen. Auch dafür möchten wir auf diesem Jahreskongress die Weichen stellen”, machte Dr. Krüger klar.
Weitere Informationen unter http://www.inno-cnt.de/jahreskongress2012/index.php
Zur Innovationsallianz Carbon Nanotubes (Inno.CNT) Die Initiative ist ein Zusammenschluss von über 90 spezialisierten kleinen und mittelständischen Unternehmen, großen Industriekonzernen, wissenschaftlichen Einrichtungen und zahlreichen Universitäten. Ihr Ziel ist es, Grundlagen der Technologien und Anwendung von sogenannten Carbon Nanotubes (Kohlenstoffnanoröhrchen, CNT) zu entwickeln. In 27 eng miteinander vernetzten Projekten beschäftigen sich die Mitglieder der Initiative mit der praxisnahen Anwendung von CNT in Energie und Umwelt, Mobilität, Leichtbau und Elektronik. Die Allianz ist Teil der Hightech-Strategie der Bundesregierung und wird seit 2008 im Rahmen des Programms “Werkstoffinnovation für Industrie und Gesellschaft (WING)” vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.
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