In die Irre geführt



(pressebox) Leipzig, 09.02.2009, Mit der Absicht, seine Versicherungsverträge zu überprüfen, wollte sich ein Leipziger in der Verbraucherzentrale Sachsen anbieterunabhängig beraten lassen. Da er die genaue Adresse der Beratungseinrichtung nicht kannte, suchte er diese im Internet mit Hilfe der Suchmaschine Google. Dabei gab er die Stichworte Verbraucherzentrale, Verbraucherinformation und Leipzig ein. Im Ergebnis erhielt er eine Leipziger Adresse am Brühl, an die er sich anschließend vertrauensvoll wandte. Unglücklicherweise handelte es sich dabei jedoch um eine gewerbliche Finanzvermittlung, die ihm letztlich einen geschlossenen Immobilienfonds verkaufte.

"Es ist leider zu einer Methode des Kundenfangs geworden, Vertrauen durch fragwürdige Mittel zu gewinnen", kommentiert Andrea Hoffmann, Finanzexpertin bei der echten Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig den Fall. Vertriebsfirmen nutzen dabei gern auch eine räumliche und namentliche Nähe zum Verbraucherschutz. Im konkreten Fall handelt es sich um die Firma AFD Allgemeiner Finanzdienst GmbH (Oberhaching bei München). In Leipzig unterhält das Unternehmen ein Büro unter der Anschrift Brühl 6 – nur wenige Meter von der Verbraucherzentrale Sachsen, Brühl 34-38, entfernt. Nach Auskunft der Gelben Seiten hat sich das Büro außerdem mit einem Grundeintrag unter dem Schlagwort Verbraucherinformation listen lassen. Auf Grund des Anfangsbuchstaben A im Firmennamen erschien deshalb für Verbraucher das irreführende Internet-Suchergebnis an erster Stelle, während die tatsächliche Verbraucherzentrale erst weiter unten angegeben war.

"Wir haben daraufhin mit dem zuständigen Verlag der Gelben Seiten Kontakt aufgenommen und um Abhilfe gebeten, damit nicht noch mehr Verbraucher in die Irre geführt werden", sagt Hoffmann. "Die Verantwortlichen zeigten sofort Verständnis für unser Anliegen und haben unverzüglich eine Änderung veranlasst." Seit heute ist die Verbraucherzentrale in Leipzig im Internet über diesen Suchweg tatsächlich zu finden." Dennoch sollten Verbraucher auch in Zukunft wachsam sein. Wenn im Zusammenhang mit einer Beratung Versicherungs-, Geldanlage- oder Kreditverträge abgeschlossen werden sollen, ist man mit Sicherheit nicht in der Verbraucherzentrale Sachsen.

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One Comment on "In die Irre geführt"

  1. olaf
    22/01/2010 at 17:33 Permalink

    Leider sind solche Begriffe wie Verbraucherschutz etc. genau so wenig geschützt wie Öko Bio usw. Eine fatale Entwicklung sind auch sogenannte Ratgeberseiten von vermeintlich seriösen Tageszeitungen. Die gehen von komerziellen Gefälligkeitsartikeln die man unrecherchiert übernimmt bis zu kostenpflichtigen Beratungs hot lines.

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