(pressebox) Stuttgart, 12.10.2009,
In der Wirtschaftskrise hat sich der Immobilienstandort Region Stuttgart als relativ stabil erwiesen, inzwischen ist in der Branche wieder Aufbruchstimmung zu spüren. Das wurde auf der internationalen Gewerbeimmobilienmesse Expo Real vom 5. bis 7. Oktober in München am Gemeinschaftsstand der Region Stuttgart deutlich. Die Region wird in den nächsten Monaten vom Trend zu sicheren Anlagen profitieren, erwarten Branchenexperten.
"Solide Investments waren in der Vergangenheit das Markenzeichen der Region Stuttgart, sie werden derzeit und in der nächsten Zukunft verstärkt nachgefragt", sagte Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) zum Abschluss der Messe. "Davon kann unser Wirtschaftsraum in Zeiten der Unsicherheit profitieren. Mit dem Anziehen der Konjunktur werden zudem die internationalen Investoren wieder größeres Interesse für unseren Standort entwickeln", so Rogg weiter.
Erste Anzeichen der Konsolidierung spürt der Geschäftsführer des Zweckverbands Flugfeld Böblingen/Sindelfingen, Olaf Scholz, der seit zwei Monaten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage in der Wohnwirtschaft feststellt. "Gewerblich haben wir nur vereinzelte Anfragen, es herrscht noch Unsicherheit, wir brauchen noch ein Jahr zur Erholung", fasst er die aktuelle Lage zusammen. Auf dem Flugfeld sucht man vor allem Nutzer in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität, Luft- und Raumfahrt und Telematik.
Die Rückkehr zu soliden Anlagen wird von Harald Blum wohlwollend zur Kenntnis genommen. "Viele sind auf dem Boden der Tatsachen angekommen und sehen die Immobilie als Immobilie und nicht mehr als Cash-Cow. Es werden wieder normale Geschäfte gemacht", kommentiert der Geschäftsführer des Stuttgarter Engineering Park STEP in Stuttgart-Vaihingen und zeigt sich mit dem hohen fachlichen Niveau in München sehr zufrieden.
Rückkehr zur Realität
Nach den Eindrücken von Siegfried Eschen und Peter Brenner von der Stuttgarter Niederlassung der Eurohypo hat die diesjährige Expo Real eine "realistische Wahrnehmung" des Immobilienmarktes in Deutschland hervorgebracht. "Die Gespräche wurden gegenüber den Vorjahren wieder konzentrierter und zielorientierter geführt. Es wird wieder über konkrete Finanzierungen gesprochen mit konservativen Strukturen. Die Kaufpreisfindung orientiert sich an realistischen immobilienbezogenen Fakten, die vertraglichen Inhalte befassen sich wieder eher mit einfachen Strukturen. Das halten wir für eine Entwicklung in die richtige Richtung, die es uns erlaubt unsere mittelständisch geprägte regionale Kundschaft mit unserer Kernkompetenz Finanzierung zu begleiten", bewerten die Finanzierungsexperten den Trend.
Über die "zunehmende Rückkehr institutioneller Investoren" und die "erkennbare Deckungsgleichheit bei marktfähigen, nachhaltigen Immobilienprodukten" freut sich Eva Rometsch, Mitglied des Vorstands des Projektentwicklers Bülow AG. "Dies bietet bei einem funktionierenden Finanzierungsmarkt die Perspektive, wieder Dynamik für neue Projekte zu gewinnen." Von der Messe selbst nimmt sie auch "gute neue Kontakte" mit.
Gerd Scholze, Geschäftsführer der Scholzegruppe, ist "von der guten Stimmung überrascht und vom gut unterrichteten Publikum erfreut. Die Anleger achten wieder stärker auf Qualität, ich habe noch nie so viele Anfragen zur Gebäudebewertung erhalten. Auch die energetische Zertifizierung ist ein Wachstumsmarkt", berichtet er.
Qualität statt Quantität
Die Tatsache, dass die Expo Real 2009 deutlich weniger Besucher zählte, wird kaum als Mangel gewertet. So ist für Thorsten Eck, Geschäftsführer der DIW Instandhaltung in Stuttgart, die Teilnahme an der Expo Real auch in diesem Jahr voll aufgegangen. "Auf dem Gemeinschaftsstand der Region Stuttgart, der sehr gut besucht war, konnten wir in angenehmer Atmosphäre bereits am ersten Tag gute, qualifizierte Gespräche führen, die sonst nur an mehreren Terminen quer durch Deutschland möglich gewesen wären."
Entgegen dem Trend war der Gemeinschaftsstand der Region Stuttgart mit 450 Quadratmetern so groß wie noch nie. Der Grund: Erstmals hatte die LBBW-Gruppe dort alle ihre regionalen Beteiligungsgesellschaften konzentriert und deshalb eine deutlich größere Sonderfläche belegt. "Konzeption und Design unseres Gemeinschaftsstands mit der Region waren sehr ansprechend und wurden vom Publikum gut angenommen. Angekündigt und insbesondere auf den Gängen auch sichtbar war der Besucherrückgang, was aber durch die Konzentration des Fachpublikums gut kompensiert wurde. Dennoch waren unsere Berater an allen Tagen gut beschäftigt und haben mit vielen Kunden und Interessenten Gespräche geführt. Alles in allem war die Expo Real eine hervorragende Plattform, um anstehende Themen und sicherlich auch kritische Fragen zur aktuellen Lage der LBBW qualifiziert erläutern zu können", sagte Rainer Konopka, Leiter des Bereichs Immobilien bei der Landesbank Baden-Württemberg.
Gemeinsam mit kommunalen Wirtschaftsförderungen
Neu war auch eine gemeinsame Lounge der Landeshauptstadt Stuttgart und der Stadt Leinfelden-Echterdingen zur Vermarktung des interkommunalen Gewerbeparks Echterdingen-Ost. "Von Krise war am Gemeinschaftsstand der Region Stuttgart nichts zu spüren. In der Halle mögen in diesem Jahr weniger Besucher gewesen sein, aber die Delegation der Stadt Stuttgart erwies sich als gefragte Anlaufstelle. Die Zahl der Anfragen nach Investitionsmöglichkeiten in der Landeshauptstadt Stuttgart war groß. Und die Qualität der Gespräche war hoch", so bilanziert Wirtschaftsförderer Dr. Klaus Vogt den Auftritt der Landeshauptstadt.
Der Stand habe hervorragend als Treffpunkt funktioniert, lobt Stephan Reichstein, Wirtschaftsförderer der Stadt Esslingen. "Die Stimmung für die Region Stuttgart ist gut, weil man hier solide Investments findet. Das positive Klima kann man mitnehmen."
Von der hohen Besucherfrequenz profitiert auch der Rems-Murr-Kreis, so Kreiswirtschaftsförderer Markus Beier. "Der Auftritt in der gemeinsamen Lounge mit den Kreissparkassen, Kommunen und den Nachbarkreisen Esslingen und Böblingen ist meines Erachtens gut geeignet, die Potenziale des Standorts dem Messepublikum zu präsentieren. Das Konzept hat sich bewährt und sollte auch in Zukunft beibehalten, eventuell sogar ausgebaut werden. Mit im Gepäck hatten wir in diesem Jahr die neue Gewerbeflächenstudie Rems-Murr, die bei den Besuchern auf großes Interesse stieß."
Insgesamt waren 34 Partner am Gemeinschaftsstand vertreten, der von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) organisiert wurde. Zum ersten Mal verzeichnete die Expo Real krisenbedingt einen Rückgang an Ausstellern und Besuchern. 2009 fanden 21.000 Fachbesucher aus 73 Ländern den Weg in die Messehallen, im Vorjahr waren es noch 25.000 aus 78 Ländern gewesen.
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