(pressebox) Darmstadt, 13.05.2009, Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat zwei neue Schwerpunktprogramme eingerichtet, die an der TU Darmstadt koordiniert werden.
Ziel des neuen Schwerpunktprogramms "Zuverlässig sichere Softwaresysteme" sind qualitative Verbesserungen der Softwaresicherheit sowie zuverlässige Sicherheitsüberprüfungen und semantisch fundierte Zertifizierungen von Software. Koordinator ist Prof. Dr. Heiko Mantel, Leiter des Fachgebiets Modellierung und Analyse von Informationssystemen im Fachbereich Informatik. Außer der TU Darmstadt sind noch das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) Bremen, die Universität Freiburg, die TU München und die Universität Karlsruhe an dem Schwerpunkt beteiligt.
Im Unterschied zu vielen anderen Gebieten der Informatik fehlen im Bereich der IT-Sicherheit bisher angemessene Qualitätskriterien und zuverlässige Qualitätsüberprüfungen auf technischer Ebene. Anstatt Garantien für die sichere Funktionsweise von komplexen Programmen zu etablieren, beschränkt sich die Zertifizierung sicherheitskritischer Systeme meist auf methodische Aspekte der Softwareentwicklung. Mit dem Schwerpunktprogramm "Zuverlässig sichere Softwaresysteme" sollen die konzeptionellen Grenzen der klassischen Sicherheitstechnologie überwunden und ein Paradigmenwechsel vom heute üblichen vertrauensabhängigen und mechanismen-orientierten Zugang zu einem eigenschaftsorientierten Ansatz der Sicherheitsforschung eingeleitet werden.
Das Schwerpunktprogramm "Transportprozesse an fluiden Grenzflächen" wird gemeinsam von Prof. Dieter Bothe (TU Darmstadt) und Prof. Arnold Reusken (RWTH Aachen) koordiniert. In diesem Schwerpunktprogramm sollen auf Basis mathematischer Modelle Austauschvorgänge an den Grenzflächen zwischen Fluiden untersucht werden.
An den Grenzflächen zwischen Fluiden, also Flüssigkeiten oder Gasen, finden Austauschvorgänge zwischen den Phasen statt. So ist etwa die Oberfläche von Tropfen oder Blasen ein wichtiger Forschungsgegenstand, der in vielen technischen Anwendungen von Mehrphasenreaktoren über Verbrennungsmotoren bis hin zu Wärmeaustauschern und Tintenstrahldruckern von größter Bedeutung ist. Auch in der Natur spielen fluide Grenzflächen eine gravierende Rolle – zum Beispiel in wolkendynamischen Prozessen.
Auf seiner Frühjahrssitzung hatte der Senat der DFG insgesamt 18 neue Schwerpunktprogramme eingerichtet. Sie sollen ab Anfang 2010 ihre Arbeit aufnehmen und durch die koordinierte orts- und fächerübergreifende Bearbeitung neuer Themen spürbare Impulse zur Weiterentwicklung der Forschung geben. Wichtigstes Kennzeichen der Schwerpunktprogramme ist die Vernetzung der in der Wissenschaft in Deutschland und darüber hinaus vorhandenen Kompetenzen.
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