Humboldt-Professor Martin Plenio: Spitzenforscher hat Ruf an die Uni Ulm angenommen



(pressebox) Ulm, 30.04.2009, Professor Martin Plenio, Lehrstuhlinhaber für Theoretische Physik am Imperial College in London und dort zugleich Direktor des Quanteninformationsprogramms des Instituts für Mathematik, hat den Ruf an die Universität Ulm angenommen. Dem 40-jährigen Quantenoptiker und Spitzenforscher, der als international herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Quanteninformation gilt, war Mitte Oktober vergangenen Jahres eine mit 3,5 Millionen Euro dotierte Humboldt-Professur in Ulm angeboten worden. Die Alexander von Humboldt-Stiftung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wollten damit Plenio ebenso wie acht weitere Wissenschaftler für eine Rückkehr nach Deutschland gewinnen. Die Auszeichnung soll ihnen am Donnerstag kommender Woche bei einem Festakt in Berlin verliehen werden.

"Professor Plenio hat das Gebiet der Quanteninformationsverarbeitung von Anfang an entscheidend geprägt und vorangebracht. So hat er die Eigenschaften von Quantenressourcen charakterisiert, deren Anwendungen von der Physik bis hin zur Biologie reichen", beschreibt der Ulmer Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling die Verdienste des von mehreren Seiten umworbenen Physikers. Dessen erklärtes Ziel sei es nun, in Ulm ein interdisziplinäres und international sichtbares Zentrum für kontrollierte Quantendynamik einzurichten, das alle Aspekte der Quanteninformation umfasse.

Der am Donnerstag kurz vor Ablauf der Erklärungsfrist eingegangenen Zusage vorausgegangen sind Ebeling zufolge monatelange intensive Verhandlungen mit Plenio. "Wir haben ihm ein überaus attraktives Berufungsangebot unterbreitet und alle möglichen Anstrengungen unternommen, um ihn für Ulm zu gewinnen." Dabei sei die Universität "bis an die Grenzen des Vertretbaren gegangen." Unter anderem habe sie umfangreiche strukturelle Änderungen und Maßnahmen vorgesehen. So seien vier neue Professuren eingerichtet worden, die den Bereich Quantum Engineering stärken sollen. "Auch persönlich sind wir Herrn Plenio extrem weit entgegen gekommen", stellte der Präsident zusammenfassend fest. Ein Grund: "Wir wollen damit nach den großen Erfolgen mit anderen Forschungsschwerpunkten auch für die Physik ein Signal setzen."

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