Handwerkskonjunktur zeigt sich robust



Traublinger: "Öffentliche Investitionen jetzt tätigen"

(pressebox) München, 31.10.2008 – "Die Handwerkskonjunktur im Kammerbezirk erweist sich trotz der Finanzkrise noch als erstaunlich robust", erklärte der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, Heinrich Traublinger, MdL a. D. Dies gelte jedoch nicht für alle Branchen. Vor allem die konsumnahen Handwerke bekämen zu spüren, dass der private Verbrauch nach wie vor schwächele. Traublinger: "Die Umsatzentwicklung hat sich im Jahresverlauf allerdings verlangsamt. Der Gesamtumsatz der ersten drei Quartale lag mit 22,3 Mrd. Euro nominal um 5,1 Prozent über seinem Vorjahreswert. Preisbereinigt verbleibt ein Plus von 2,1 Prozent." Die Investitionen der Betriebe im Kammerbezirk kletterten in den ersten drei Quartalen des Jahres um 2,9 Prozent auf 611 Mio. Euro. Als stabil erweise sich die Beschäftigung im Münchner und oberbayerischen Handwerk, so Traublinger weiter. Bei den Metall- und Baufachkräften gebe es allerdings Engpässe am Arbeitsmarkt, so dass die Betriebe nicht wie gewünscht aufstocken könnten. Zum 30. September 2008 beschäftigten die 70.348 Handwerksbetriebe – das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – rund 295.000 Personen. Damit liegt die Zahl der Beschäftigten in den Münchner und oberbayerischen Betrieben 0,6 Prozent höher als Ende September 2007.

Für das Gesamtjahr 2008 erwarte man ein nominales Umsatzplus von rund vier Prozent. Real seien dies dann etwa 1,5 Prozent Wachstum, erklärte der Kammerpräsident. Die Zahl der Betriebe dürfte zum Jahresende um rund 1,5 Prozent zugenommen haben. Bei der Beschäftigung rechne man ebenfalls mit einem Plus von rund einem Prozent. Hier sorge der Zuwachs an Einstellungen in der ersten Jahreshälfte für ein positives Ergebnis im Jahresdurchschnitt. Angesichts der Finanzkrise und ihrer wahrscheinlichen Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft rechnet Traublinger in den kommenden Monaten mit einer Abschwächung der Handwerkskonjunktur. Der Kammerpräsident: "Mittlerweile gibt es nicht nur Fragezeichen bezüglich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Unsicherheit kommt auch auf, welche Reaktionsspielräume der Staat angesichts des 500-Milliarden-Rettungsschirms für die Banken noch hat. Gewiss werden die Finanzminister für einiges mit Steuergeldern gerade zu stehen haben. Aber das ist kein Grund, jetzt öffentliche Investitionen zurück zu fahren. Bund, Länder und Gemeinden müssen hier antizyklisch tätig werden. "Öffentliche Investitionen gerade jetzt!", muss das Motto lauten. Die öffentlichen Mittel dazu sind da. Bis zuletzt sind die Steuereinnahmen gestiegen. Und viele, die verunsichert sind, legen ihr Geld jetzt in Staatspapieren an."

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