München (ots) – Die Verlagshäuser Gruner + Jahr und
WAZ-Mediengruppe haben ihre Kontroverse um kostenlose iPhone-Apps
beigelegt. Die Geschäftsführer beider Häuser, Bodo Hombach und Bernd
Buchholz, sprachen sich gegenüber dem Branchenmagazin Werben &
Verkaufen (W&V) für einen “Schulterschluss der Verlage” gegen den
multimedialen Ausbau von Tagesschau.de aus. “In diesem Punkt sind
sich die Verlage WAZ-Gruppe und G+J völlig einig”, heißt es einer
gemeinsamen Erklärung beider Verlagsbosse. Der Online-Ableger der
ARD-Nachrichtensendung samt App-Ausbau werde “über eine Zwangsabgabe
finanziert”. Private Anbieter, “die den Marktgesetzen unterworfen
sind”, sollten deshalb “unabhängig davon, für welches Businessmodell
sie sich entscheiden, gegen gebührenfinanzierte Apps im
Schulterschluss vorgehen”, so Hombach und Buchholz gegenüber der W&V.
Vorausgegangen war eine heftige Diskussion, die WAZ-Chef Hombach
vergangene Woche mit einer Äußerung über ein neues kostenloses App
des G+J-Blatts “Financial Times Deutschland” auslöste: Für ihn sei es
“ein erklärungsbedürftiger Widerspruch, wenn Gruner + Jahr ankündigt,
gegen kostenlose ‘Tagesschau’-Apps zu klagen und zur gleichen Zeit
selbst ein solches Gratisangebot macht”. Gruner + Jahr konterte
daraufhin, Hombach vergleiche “Äpfel mit Birnen”. Nach einer
W&V-Anfrage bemühte sich dieser dann um eine Entschärfung der
Debatte: “Meine Hoffnung auf Schulterschluss der Verlage hätte ich
freundlicher vortragen sollen”, sagt Hombach. In der Sache habe er
den Kurs von Springer-Chef Mathias Döpfner stärken wollen, “die
anstehenden technologischen Sprünge in der digitalen Welt zu nutzen
und die Kostenlos-Kultur des Internets hinter uns zu lassen”.
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