Flensburg (ots) – Die sechsköpfige Expertenkommission hat ein verheerendes Bild vom Zustand der Bundeswehr gezeichnet. Wer das Dilemma der Truppe begreifen will, muss sich praktisch nur einen Satz vom Anfang der 112-seitigen Expertise zu Gemüte führen: “Zurzeit bedarf es 250000 Soldatinnen und Soldaten, um gerade einmal 7000 in den Einsatz zu bringen”, heißt es dort. Tatsächlich verfügt die Bundeswehr über einen gigantischen bürokratischen Wasserkopf mit kostspieligen Parallelstrukturen. Mit anderen Worten: Während ergraute Offiziere in überzähligen warmen Stabsstuben hocken, fehlt es der kämpfenden Truppe in Afghanistan an Personal und Ausrüstung. Ein unhaltbarer Zustand. Anders als seine Vorgänger will Verteidigungsminister zu Guttenberg die Missstände nicht ignorieren.Sein Reformeifer sollte überdies auch seinen Kabinettskollegen zu denken geben. Die von ihm eingesetzte Kommission empfiehlt, das Personal im Verteidigungsministerium um mehr als die Hälfte zu reduzieren. Wetten, dass sich auch in anderen Ministerien die eine oder andere Stelle einsparen ließe?
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