Flensburg (ots) – Wer in diesen Tagen die Schlagzeilen zum Papstbesuch liest, die Talkrunden zu dem Thema verfolgt und die Reaktionen in persönlichen Gesprächen darauf erlebt, kann den Eindruck bekommen, dass irgendein Polit-Schurke wie Fidel Castro um Audienz gebeten hat. Mit einem Unterschied: Vermutlich würde einem Diktator wie ihm mehr Respekt gezollt, könnten sich manche Bundestagsabgeordnete gut vorstellen, ihm Gehör zu schenken. Von herzlichen Glückwünschen zur Lebensleistung ganz zu schweigen. So kommt aber (nur) der deutsche Papst. Und der soll mal hören, was diejenigen, die schon immer gegen ihn und seine Kirche waren, an Vorwürfen und Forderungen vorzubringen haben. Der Papst zeigt zwar Verständnis und Gesprächsbereitschaft, aber das genügt seinen Kritikern nicht, denn die wollen nicht hören, was er zu sagen hat, sondern möglichst die Selbstauflösung, zumindest aber das Bekenntnis des Papstes, sich mit seinen Überzeugungen im tiefen Irrtum zu befinden. Genau hier liegt der Unterschied zwischen Papst und Politikern. Letztere sind Profis im Aufgeben von Überzeugungen. Der Papst bewegt sich auf einem anderen Fundament, ringt um Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Wer ihn auf Politikergröße reduziert, verkennt nicht nur sein Amt, er ermisst auch nicht seine Wirkung und Position, die er für gläubige Katholiken hat. Nur zur Erinnerung: Das sind in Deutschland noch rund 25 Millionen Menschen!
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