FT: Kommentar zu Schneider/EKD



Flensburg (ots) – Mit seiner jovialen Art und dem kollegialen Führungsstil begeisterte Nikolaus Schneider die Synodalen: Während die beiden letzten Ratsvorsitzenden die Zügel fest in der Hand hielten und in der Öffentlichkeit das alle Anderen überstrahlende Gesicht der EKD darstellten, lässt Schneider in der Synode schon einmal seine Referenten reden, wenn er selbst nicht weiter weiß. Schon deswegen ist davon auszugehen, dass das Bild der EKD künftig vielstimmiger sein wird als bislang. Doch manches deutet darauf hin, dass auch weiterhin die Bischöfe die lautesten Sänger sein werden. Die Synodalen wählten ausgerechnet den sächsischen Landesbischof Jochen Bohl zum stellvertretenden Ratsvorsitzenden. Schon bei der Ratswahl im November 2009 in Ulm kam er erst im siebenten Wahlgang in den Rat der EKD. Doch es war gerade Nikolaus Schneider, der großen Wert auf die Wahl des Manns aus Sachsen legte. Denn damit die Evangelische Kirche in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, braucht sie offenbar Bischöfe. Das von Martin Luther geprägte “Priestertum aller Gläubigen” hilft nichts in Talkshows, wo es auch auf den Titel ankommt.

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Flensburger Tageblatt
Stephan Richter
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