Fröhliche Weihnacht – trotz Gicht! / Chefarzt Prof. Dr. Martin Fleck gibt Tipps



Bad Abbach (ots) – Mit der Weihnachtsgans kommen die Schmerzen. Wer unter Gicht leidet, sollte an den Feiertagen nicht zu sehr über die Stränge schlagen.

“Wir behandeln im Dezember deutlich mehr Patienten mit akuten Gichtanfällen als sonst”, sagt Prof. Dr. Martin Fleck, Chefarzt für Rheumatologie am Asklepios Klinikum Bad Abbach. Als Ursache nennt er das reichhaltige Essen und den vermehrten Alkoholgenuss: “Gänsebraten, Plätzchen mit einer Tasse Glühwein und am Weihnachtsmarkt noch eine Bratwurstsemmel. Da kommen schnell Mengen zusammen, die bei gefährdeten Menschen einen Gichtanfall auslösen können.”

Von der häufigsten entzündlichen Gelenkerkrankung sind deutschlandweit knapp drei Prozent der Männer und etwa ein halbes Prozent der Frauen betroffen. Da Gicht häufig in Verbindung mit Übergewicht und Diabetes auftritt, wird sie auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet. Ursache der Krankheit, die schon im Mittelalter als “Zipperlein” bekannt war, ist ein zu hoher Harnsäurespiegel. Harnsäure ist ein Stoffwechselendprodukt, das normalerweise über die Nieren ausgeschieden wird. “Manche Menschen leiden unter einer angeborenen Störung, die diesen Prozess behindert”, erklärt Prof. Fleck. Der Patient merkt oft lange nichts. Erst nach und nach lagern sich Harnsäurekristalle in Gelenken, Organen oder im Gewebe ab. Werden es zu viele, verursachen sie einen Gichtanfall. Häufig tritt er zuerst im Großzehengrundgelenk auf. Das Gelenk entzündet sich und schmerzt stark. Zwar klingt die Entzündung nach einigen Tagen wieder ab, “trotzdem sollte der Patient unbedingt zum Arzt gehen, denn ohne Behandlung folgen bald weitere Gichtanfälle. Zudem können bei chronischen Verläufen auch die Nieren geschädigt werden bis zur Notwendigkeit einer Dialyse”, warnt der Chefarzt.

Behandelt wird Gicht in der Regel mit Medikamenten, die den Harnsäurespiegel senken. Inzwischen stehen hierfür auch neue verträgliche Substanzen zur Verfügung. Damit die Therapie langfristig wirkt, muss der Patient allerdings unbedingt seine Ernährung umstellen. Um Anfällen vorzubeugen, sollten Patienten auf Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Innereien verzichten, bei deren Abbau besonders viel Harnsäure anfällt. Alkohol ist ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, da er die Harnsäureausscheidung hemmt. “In der Weihnachtszeit gelingt das nicht immer.” Prof. Fleck rät, wenn überhaupt, mit Augenmaß zu sündigen.

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