Freie Presse (Chemnitz): Experten: Fall Nachterstedt in Sachsen ausgeschlossen



Chemnitz (ots) – Fall Nachterstedt in Sachsen ausgeschlossen

Alle 38 Tagebau-Seen im Freistaat Sachsen auf mögliche Gefahren
überprüft

Freiberg. Obwohl sieben Monate nach dem verheerenden Erdrutsch am
Concordia-See in Nachterstedt noch immer nicht geklärt ist, welche
Ursachen das Unglück ausgelöst haben, gibt das sächsische Oberbergamt
in Freiberg für die ehemaligen Braunkohlegebiete in Sachsen
Entwarnung. “Wir haben keine einzige vergleichbare Situation, egal
welches Zusammenspiel von Ursachen es in Sachsen-Anhalt gab”, sagte
der Vizepräsident der Behörde, Bernd Sablotny, der in Chemnitz
erscheinenden “Freien Presse” (Montagausgabe)
In Sachsen werden 38 Tagebauseen gezielt geflutet oder sind bereits
voll gelaufen. Es habe seit vergangenem Sommer dort eine Prüfung
aller Sanierungsverfahren gegeben einschließlich der Stabilität der
Böschungen. “Im Ergebnis können wir ausschließen, dass sich in
Sachsen derartiges ereignet”, betonte der Leitende Bergdirektor. Es
gebe nirgendwo ähnlich steile Böschungen und nirgends eine so
ufernahe Bebauung wie in Nachterstedt.

Trotzdem werden in den kommenden Jahren Baumaßnahmen zur
Gefahrenabwehr erfolgen, kündigte Sablotny an. Sie betreffen bei den
ehemaligen Braunkohlerevieren den Knappensee südlich von Hoyerswerda
sowie zwei kleinere angrenzende Seen. Dort mache sich 65 Jahre nach
der unkontrollierten Flutung eine Nachverdichtung der Böschungen
erforderlich. 150 Millionen Euro werden dafür bereitgestellt.
Überwacht werden auch die ehemaligen Steinkohlegebiete – in der
Region vor allem Zwickau und Oelsnitz/Erzgebirge. In Zwickau sind in
diesem Jahr umfangreiche Baumaßnahmen geplant, um die Probleme mit
austretendem Grundwasser in einem Bergbau-Absenkungsgebiet in den
Griff zu bekommen. Zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro sollen dazu
in der Muldestadt investiert werden.

Pressekontakt:
Freie Presse (Chemnitz)
Torsten Kleditzsch
Telefon: +49 371 656-10400
torsten.kleditzsch@freiepresse.de  

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