Frankfurter Rundschau: Trump gegen Trump



Frankfurt (ots) – Man führe sich das Bild noch einmal vor Augen. Auf der Bühne steht ein Politiker, der sich für die Hilfsbereitschaft seiner Mitbürger bei einer berühmten Spendengala bedanken will. Und dann stürmt ein Mann mit einem Messer auf die Bühne und sticht auf ihn ein. Politiker hätten ihn foltern lassen, ruft er von der Bühne. Wohlgemerkt: Es ist noch unklar, ob der Mann in einem Wahn handelte oder ob er wusste, was er tat. Sicher ist hingegen, dass sein Hass auf Politiker nicht aus dem Nichts gekommen sein kann. Verbale Hassattacken gehören in Polen noch viel stärker zum politischen Alltag als in vielen anderen westlichen Demokratien. Es ist deshalb keineswegs übertrieben zu behaupten, dass eine Schreckenstat wie der Mord von Danzig in einem solchen Umfeld niemanden wundern sollte. Das aber heißt auch, dass die Stiche nicht nur den ebenso beliebten wie engagierten Bürgermeister ins Herz getroffen haben, sondern auch die Demokratie als solche.

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