Frankfurt am Main (ots) – Geschickt feilte Rüttgers dann weiter an
seinem Image als “Arbeiterführer”. Er wollte die SPD in ihrem
Stammland NRW nicht nur schlagen, sondern es zu einem CDU-Land machen
und deshalb die Johannes-Rau-Wähler gewinnen, wie Rüttgers bei jeder
Gelegenheit sagte.
Doch die jüngste Sponsoren-Affäre könnte Rüttgers die Ernte gewaltig
verhageln. Es passt nun mal nicht zum Image des Arbeiterführers, wenn
er Unternehmern die Nähe zu sich teuer verkauft. Bisher konnte
Rüttgers alles noch so drehen, als sei die Idee allein auf dem Mist
des geschassten Generalsekretärs gewachsen.
Doch selbst wenn das stimmt, bliebe es auch an Rüttgers hängen,
einen Mann als seine rechte Hand und als Wahlkampfmanager zu
beschäftigen, der schon zuvor mehrmals mit dubiosen Methoden
aufgefallen war. Und das, obwohl er sich vor gut zwei Jahren im
“Einstein-Pakt” mit anderen CDU-Nachwuchsgrößen zu konservativen
Werten bekannt hatte. Das Angebot an die Sponsoren scheint dagegen
aus jenem unreifen Geist der Gier geboren, der für die Finanzkrise
verantwortlich gemacht wird. Dass Politiker ihre Amtsbedeutung gegen
Parteispenden verkaufen, hat mit jenem Wertkonservativismus wenig zu
tun, den Rüttgers für sich reklamiert, wenn er auf die kalten
Globalisierer schimpft.
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Peter Schmitt
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