Frankfurt am Main (ots) – (…) Merkels CDU soll die Farbe
wechseln: Nicht mehr schwarz, sondern bunt. Ein bisschen grün, ein
bisschen rot, ein bisschen gelb; der schwarze Tupfer soll natürlich
auch noch erhalten bleiben. Ökologisch, sozialdemokratisch, liberal,
christdemokratisch – das könnte ein ziemlich wildes Gemälde werden,
das sich die Chefin da ausmalt. Wird es noch saubere Konturen haben?
Wird es noch erkennbar sein oder entsteht da ein undefinierbarer
Farbmatsch? Wie bleibt die Partei bei sich selbst, wenn sie jetzt
dazu übergeht, die Anhänger von Grünen, SPD und FDP zu umgarnen?
(…)
Der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner sieht in Merkels
Gewalt-Kur eine “radikale Änderung”, wie sie selten zuvor eine Partei
durchlebt habe. Wird die neue CDU noch jene Partei sein, in der sich
ein lang gedientes Mitglied zu Hause fühlt? Schon werden die ersten
Warnungen laut, man dürfe die Stammwähler nicht vernachlässigen;
konservative Christdemokraten fürchten, ihre Partei werde durch die
neue Farbenlehre ihr Profil und ihre Erkennbarkeit verlieren und ins
Beliebige rutschen.
Merkels Kurs ist möglicherweise alternativlos, wenn die CDU ihren
Anspruch, eine Volkspartei zu sein, ins neue Jahrzehnt retten will.
Aber die Gefahr ist groß, dass die nach vielen Seiten offene
Patchwork-Union dafür sorgt, dass die Enttäuschten sich eine neue
Heimat suchen. Wird ausgerechnet die Kanzlerin Wegbereiterin für den
Erfolg einer Partei rechts von der CDU?
Pressekontakt:
Frankfurter Neue Presse
Redaktion
Peter Schmitt
Chef vom Dienst
Telefon: 069-7501 4407
fnp.redaktion@fsd.de
No Comments on "Frankfurter Neue Presse: Frankfurter Neue Presse zu Merkels "Berliner Erklärung": Merkels bunte CDU"