Frankfurt am Main (ots) – Die Kanzlerin wird es verkraften, dass
sie von einigen jetzt als schlechte Europäerin angesehen wird. Denn
sie hat in Wahrheit viel mehr für die europäische Idee getan, als
wenn sie für Griechenland die Geldschatulle geöffnet hätte. Sie hat
in Brüssel den Geist des Maastricht-Vertrages verteidigt.
Heute wird es von Ökonomen als großer Fehler der US-Regierung
gesehen, die Lehman-Pleite mit allen Folgen zugelassen zu haben. Auch
im Haus Europa empfiehlt es sich nicht, tatenlos zuzusehen, wenn es
in der Nachbarwohnung brennt, sondern beim Löschen zu helfen – selbst
wenn der Brand schuldhaft verursacht war.
In diesem komplizierten Szenario erscheint das Hilfspaket, das
jetzt für die Griechen geschnürt wurde, als sehr vernünftig. Aber von
einer Lösung des Problems sind wir noch weit entfernt. Der Druck auf
den Euro und der Druck auf Berlin wird anhalten. Es ist aber
beruhigend, dass Deutschland mit Angela Merkel eine Frau an der
Spitze hat, die den Herausforderungen nervlich und intellektuell
gewachsen ist. Denn wenn der Euro weich wird, bröckelt der Wert von
Sparguthaben und Renten.
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Frankfurter Neue Presse
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Peter Schmitt
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