FC Bayern verkürzt Rückstand zu Top 3 / Die Dominanz der englischen Clubs hält an



Düsseldorf/München (ots) – In der letzten Saison zählten erstmals fünf Bundesliga-Clubs zu den 20 umsatzstärksten Clubs der “Deloitte Football Money League”, für die abgelaufene Spielzeit 2009/10 stellt die höchste deutsche Spielklasse vier Vertreter: FC Bayern München, Hamburger SV, FC Schalke 04 und Rückkehrer VfB Stuttgart. Die englische Premier League dominiert weiterhin mit sieben Clubs, gefolgt von der Bundesliga, der italienischen Serie A mit je vier, der spanischen Primera Division mit drei sowie der französischen Ligue 1 mit zwei. Mit einem Sprung um neun Plätze auf Rang 11 und einer Erlössteigerung von über 50 Mio. Euro ist Manchester City der Gewinner. Die Top 20-Liste wird ausschließlich mit Clubs aus den europäischen “Big Five”-Ligen bestimmt, die in der Saison 2009/10 einen kumulierten Gesamtumsatz (ohne Transfererlöse) von 4,3 Mrd. Euro erwirtschafteten – eine Erlössteigerung von 323 Mio. Euro (8,2%) gegenüber der Vorsaison.

“Der FC Bayern München hat seine sportliche und wirtschaftliche Top-Position im internationalen Wettbewerb behauptet. Nicht zuletzt durch das erfolgreiche Double mit Meisterschaft und DFB-Pokal sowie den Einzug in das UEFA-Champions-League-Finale konnte der Club zum ersten Mal die 300-Mio.-Euro-Umsatzgrenze als erster Bundesligist übertreffen und gleichzeitig den Abstand zum drittplatzierten Manchester United verkürzen”, erläutert Stefan Ludwig, Director der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Zum sechsten Mal in Folge regieren die “Königlichen”

Die Top 6-Clubs der letztjährigen Football-Money-League-Ausgabe konnten ihre Position behaupten. Zum sechsten Mal in Folge führt Real Madrid das Ranking mit 438,6 Mio. Euro an. Der spanische Erzrivale FC Barcelona verpasste mit 398,1 Mio. Euro zwar knapp die magische Grenze von 400 Mio. Euro, allerdings scheint ein Zweikampf zwischen den beiden Clubs in den kommenden Jahren um die Spitzenposition sehr wahrscheinlich. Mit 349,8 Mio. Euro folgt Manchester United den beiden spanischen als erster englischer Club auf Platz drei. Der sportliche Erfolg des FC Bayern führte zu einem neuen Rekordumsatz von 323 Mio. Euro. Der FCB konnte den Abstand auf den nächstplatzierten Bundesligisten, den Hamburger SV ausbauen. Einer der Hauptgründe waren die Erlöse aus der Zentralvermarktung der UEFA Champions League, die sich auf 44,9 Mio. Euro beliefen und wesentlich zur Umsatzsteigerung der TV-Erlöse (20%) beitrugen.

Die Plätze fünf und sechs belegen die zwei Premier-League-Clubs aus London, FC Arsenal (274,1 Mio. Euro) und FC Chelsea (255,9 Mio. Euro). Der erlösstärkste italienische Club ist der AC Mailand (235,8 Mio. Euro), der sich um drei Plätze auf Rang sieben verbesserte, gefolgt vom FC Liverpool (225,3 Mio. Euro), dem Triple-Sieger Inter Mailand (224,8 Mio. Euro) und Juventus Turin (205,0 Mio. Euro).

VfB zum zweiten Mal unter den Top-20

Der Hamburger SV bleibt auch in der Saison 2009/10 der zweitumsatzstärkste Club der Bundesliga (146,2 Mio. Euro). Der Club konnte sein Umsatzniveau halten, fiel allerdings aufgrund des Erlösanstiegs bei Manchester City und Tottenham Hotspur in der diesjährigen Football Money League um zwei Plätze auf Position 13. Sportlich erreichte der HSV zum zweiten Mal in Folge das Halbfinale der reformierten UEFA Europa League (vormals UEFA-Cup), verpasste jedoch mit dem siebten Tabellenplatz die europäischen Clubwettbewerbe für die kommende Spielzeit 2010/11.

FC Schalke 04 konnte auf nationaler Ebene in der Saison 2009/10 die Vizemeisterschaft hinter Rekordmeister FC Bayern München erringen, doch spielte der Club aufgrund der verpassten Qualifikation in der Vorsaison nicht auf europäischer Ebene in 2009/10. Trotz der fehlenden Erlöse aus der UEFA liegt Schalke mit einem Gesamtumsatz von 139,8 Mio. Euro weiterhin auf Rang 16.

Dem VfB Stuttgart gelang durch das Umsatzwachstum von 15 Prozent (Umsatz 114,8 Mio. Euro) zur Vorsaison, das vor allem durch die UEFA Champions League begünstigt war zum zweiten Mal der Sprung unter die Top 20. Nach erfolgreicher Gruppenphase in der UEFA Champions League war im Achtelfinale Endstation, allerdings konnte sich der VfB durch den sechsten Platz in der Bundesliga für die Europa League qualifizieren.

“Trotz gesamtwirtschaftlich schwieriger Zeiten konnte eine Vielzahl der Top-Clubs ein Umsatzwachstum verzeichnen, allerdings sind sie aufgrund der Einführung des UEFA Financial Fairplay zukünftig mehr denn je dazu angehalten, ein vernünftiges Kostenmanagement zu betreiben, um weiterhin an den UEFA-Clubwettbewerben teilnehmen zu dürfen”, analysiert Christian P. Schneider, Manager der Sport Business Gruppe bei Deloitte.

Position Club Umsatz 09/10
(vergangenes Jahr) (in Mio. Euro)
1 (1) Real Madrid 438,6
2 (2) FC Barcelona 398,1
3 (3) Manchester United 349,8
4 (4) FC Bayern München 323,0
5 (5) Arsenal London 274,1
6 (6) Chelsea London 255,9
7 (10) AC Mailand 235,8
8 (7) FC Liverpool 225,3
9 (9) Inter Mailand 224,8
10 (8) Juventus Turin 205,0
11 (20) Manchester City 152,8
12 (15) Tottenham Hotspur 146,3
13 (11) Hamburger SV 146,2
14 (13) Olympique Lyon 146,1
15 (14) Olympique Marseille 141,1
16 (16) Schalke 04 139,8
17 (18) Atlético Madrid 124,5
18 (12) AS Rom 122,7
19 (n/a) VfB Stuttgart 114,8
20 (n/a) Aston Villa 109,4

Anmerkung: Nachträgliche Änderungen der Geschäftszahlen von 08/09
sind berücksichtigt.
Quelle: Deloitte Football Money League 2011

Ergänzungen

Aufgrund der knapp verpassten Qualifikation für die UEFA schaffte Borussia Dortmund nicht den Sprung unter die Top 20 (Vorjahr: Position 18 mit einem Gesamtumsatz von 103,5 Mio. Euro). Jedoch hat sich der aktuelle Bundesliga-Tabellenführer fest unter den Top-30 Clubs etabliert und erreichte mit 105,2 Mio. Euro Rang 22. Auch der SV Werder Bremen (Rang 28) konnte seine Position unter den Top 20 nicht verteidigen, doch qualifizierte sich Rückkehrer VfB Stuttgart (114,8 Mio. Euro) und Neuling Aston Villa (109,4 Mio. Euro) für die wirtschaftliche Beletage des europäischen Fußballs.

Den Report erhalten Sie auf Anfrage.

Details zur “Deloitte Football Money League”

Die 14. Ausgabe der “Deloitte Football Money League” (Februar 2011) basiert auf Umsatzinformationen des Geschäftsjahres 2009/10 (in einzelnen Fällen im zuletzt verfügbaren Kalenderjahr) und sind den veröffentlichten Jahresbilanzen und weiteren verlässlichen Quellen entnommen. Sofern nicht ausdrücklich erwähnt, handelt es sich um Angaben ohne Steuern und Einnahmen aus Spielertransfers. Zur Vereinfachung und zu Vergleichszwecken wurden auch signifikante Einnahmen aus Nichtfußballaktivitäten oder Finanztransaktionen – sofern bekannt – ausgeschlossen. Zum Zweck dieses Berichts wurde keine Überprüfung der Informationen durchgeführt. Die Umrechnung in Euro basiert auf dem Wechselkurs vom 30. Juni 2010 (£ 1 = EUR 1.2214). Vergleichszahlen für die Vorjahre wurden zum Wechselkurs vom 30. Juni des relevanten Jahres berechnet. Weiterhin veröffentlicht Deloitte jährlich den “Annual Review of Football Finance” – eine detaillierte Analyse der europäischen Fußballfinanzen.

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