Berlin (ots) – Auf dem E-world-Kongress “E-Energy: Smart Grids made in Germany” in Essen diskutieren Experten über die wirtschaftlichen Chancen intelligenter Energiesysteme.
Im Zuge der Energiewende sind Smart Grids eine wichtige Voraussetzung für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung. Auch der Exportwirtschaft eröffnen Technologien für intelligente Energiesysteme enorme Chancen: Smart Grids gewinnen weltweit zunehmend an Bedeutung, nicht nur auf Ebene der Netzbetreiber und Stromverbraucher, sondern auch für die Industrie. Aufgrund der Liberalisierung des europäischen Strommarkts wird die Vision intelligenter Netze europaweit vorangetrieben. Einer Studie von GTM Research zufolge sollen bis zum Jahr 2016 jährlich Investitionen in Höhe von 6,8 Milliarden Euro in den europäischen Energiemarkt fließen.
“Deutsche Smart Grid-Technologien haben das Potential zum Exportschlager zu werden”, so Dr. Jürgen Friedrich, Geschäftsführer von Germany Trade and Invest (GTAI). “Ein Großteil der zukünftigen Investitionen in diesem Bereich wird in das Zählwesen, intelligente Verteil- und Verbrauchssteuerung, Erzeugungs- und Speicherkapazitäten und die dadurch notwendigen IT-Systeme fließen. Technologiefelder, in denen deutsche Unternehmen sehr gut aufgestellt sind.” Auf dem Kongress “E-Energy: Smart Grids made in Germany”, der heute im Rahmen der E-world in Essen stattfindet, werden die neuesten Entwicklungen der sechs Modellprojekte des Forschungsprogramms “E-Energy” der Bundesregierung einem internationalen Publikum vorgestellt.
E-Energy zeigt Potential für intelligentes Lastmanagement
“Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland im Bereich Smart Energy eine Vorreiterrolle ein – mindestens auf Augenhöhe mit China, Japan, den USA und Korea”, so Ludwig Karg, Leiter der E-Energy-Begleitforschung. “Der Aufbau einer funktionierenden, flächendeckenden IKT-Infrastruktur wird hierzulande neue Geschäftsmodelle und -prozesse mit sich bringen, was gerade für ausländische Investoren ein spannendes Thema ist. Die Feldversuche der E-Energy Modellregionen zeigen, dass sich der Stromverbrauch von Haushalten und Industrieunternehmen durch den Einsatz von IKT um bis zu 10 Prozent verschieben lässt. Dabei geht es weniger um die Größenordnung, sondern vielmehr um die Machbarkeit eines Lastmanagements.”
Gerade für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien ist das eine wichtige Voraussetzung, weil es bereits heute in einigen Verteilnetzen zu Engpässen kommt. Technologien, wie sie im Forschungsprogramm “E-Energy” entwickelt und erprobt werden, ermöglichen den Abgleich volatiler Erzeugung von Strom aus dezentralen Energiequellen mit der dynamischen Stromnachfrage. Damit schaffen sie auch infrastrukturelle Voraussetzungen für die Einbindung neuer Energiespeicher, wie zum Beispiel die Power2Gas-Technologie. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Konvergenz der Energie- mit Informations- und Kommunikationstechnik.
Über E-Energy – Smart Grids made in Germany
Das Förderprogramm “E-Energy – Smart Grids made in Germany” ist zentraler Bestandteil der Hightech-Strategie und der IKT-Strategie “Deutschland Digital 2015″ der Bundesregierung und wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum nationalen Leuchtturmprojekt erklärt. Technologiepartnerschaften in sechs Modellprojekten entwickeln und erproben Schlüsseltechnologien und Geschäftsmodelle für ein “Internet der Energie”. Die Modellprojekte werden in einer ressortübergreifenden Partnerschaft mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) mit insgesamt 60 Mio. EUR gefördert. Darüber hinaus steuert die Wirtschaft innerhalb der Modellprojekte weitere 80 Mio. EUR für die Erforschung und Erprobung neuer IKT-gestützter Energiesysteme bei. Damit wird ein Gesamtvolumen von rund 140 Mio. EUR mobilisiert.
Weitere Informationen finden Sie unter www.e-energy.de.
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